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"Es bleibt ein Makel in unserer Geschichte"

Frank Hofmann im Gespräch mit Günter Rohrbach / Onlinefassung: Lisa Huth   07.01.2019 | 08:38 Uhr

40 Jahre nach der deutschen Erstausstrahlung wird die Serie „Holocaust“ von mehreren dritten Programmen der ARD erneut gesendet. Dabei geht es um die Geschichte der jüdischen Familie Weiß.

Der damalige Fernsehspielchef des WDR und saarländische Regisseur aus Neunkirchen, Günter Rohrbach, hatte die Serie nach Deutschland geholt. Im Interview mit Frank Hofmann erzählte er, was ihn dazu bewogen hatte.

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Tief erschüttert: Günter Rohrbach, als er 1945 von der Ermordung der Juden erfuhr (Foto: SWR/WDR)
Audio [SR 3, Interview: Frank Hofmann, 07.01.2019, Länge: 02:59 Min.]
Tief erschüttert: Günter Rohrbach, als er 1945 von der Ermordung der Juden erfuhr (Foto: SWR/WDR)

Er hatte in Zeitungen von der Serie gelesen und sich die Videos aus den USA besorgt. Mit seinem Team kam er zum Schluss: Das müsse in Deutschland gezeigt werden. Der "Holocaust" war ein zentrales deutsches Thema.

"Tief erschüttert"

Rohrbach erinnerte sich sehr gut, dass sie sich angesehen und gesagt hatten: "Wir werden das kaufen, aber wir werden auch dafür geprügelt werden." Schlimmer noch: Die Serie sorgte für ersten rechten Terroranschlag in der Bundesrepublik.

WDRFernsehen_2019:01:08_-Holocaust_Teil_2 (Foto:  WDR/DEGETO)
WDRFernsehen_2019:01:08_-Holocaust_Teil_2

Günter Rohrbach war bei Kriegsende 16 Jahre alt. Als er von den Konzentrationslagern erfuhr, erzählt er, sei er tief erschüttert gewesen. "Die Weltgemeinschaft wird uns das nie verzeihen", war er überzeugt. Die Erschütterung habe ihn durch sein ganzes Leben begleitet.

Darum sagte er 1978, die Deutschen sollten es wissen, was damals passiert sei. Für ihn ist klar: "Das bleibt ein Maekl in unserer Geshcichte, den wir nicht tilgen können, nicht vergessen können und auch nicht dürfen."

Die Deutschen waren aufgewühlt

Nachdem die ARD damals nach heftigen internen Debatten auf eine Ausstrahlung im Ersten Programm verzichtete, wurde die Serie vom 21. bis 26. Januar 1979 in den Dritten Programmen gezeigt. Im Anschluss an die einzelnen Folgen gab es „Open End“-Diskussionsrunden, an denen die Zuschauer per Telefon teilnehmen konnten. Insgesamt nahmen 20.000 Menschen teil. Ein Rekord, der bis heute unübertroffen ist.

Der erste der vier Teile läuft am 07.01.2018 um 22 Uhr im NDR, SWR und WDR.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 07.01.2019 berichtet.

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