Foto: SR / Uwe Jäger

"Mail Art" von Günter Litwinschuh

Autor: Uwe Jäger / Onlinefassung: Andree Werner   06.09.2018 | 07:00 Uhr

Das GuMo-Mobil ist heute bei Günter Litwinschuh. Er zeichnet Briefmarken weiter. Wie diese sogenannte "Mail Art" genau funktioniert und was er letztlich daraus macht, klärt unser GuMo-Mobil Reporter Uwe Jäger.

Eigentlich sind sie schon selbst kleine Kunstwerke: Briefmarken. Darauf zu entdecken sind manchmal exotische und heimische Pflanzen, berühmte Persönlichkeiten oder auch mal besondere Ort. Meistens werden sie flugs auf einen Brief geklebt und dann geht es schon auf die Reise. Das ist ja auch ihre eigentliche Bestimmung.

Günter Litwinschuh schaut sich die Briefmarken aber viel genauer an und zeichnet diese anschließend weiter. Dabei übernimmt er die vorhandenen Motive und entwickelt sie weiter, oder aber er erschafft völlig neue Zusammenhänge. Eine Arbeit, die neben guten Augen auch eine besonders ruhige Hand voraussetzt. Günter Litwinschuh war Zeichenlehrer auf einem Gymnasium, hat bei einer Bank gearbeitet und ist sogar schon mal zur See gefahren. Ein Mensch, der also auch neben seiner "Mail Art" einiges zu bieten und zu erzählen hat.

Audio

Günter Litwinschuh: "Es ist eine absolut meditative Arbeit"
Audio [SR 3, (c) SR 3 Uwe Jäger, 06.09.2018, Länge: 07:02 Min.]
Günter Litwinschuh: "Es ist eine absolut meditative Arbeit"


Infos zur Mail Art:

In den 1960er und 1970er Jahren, während der Pop Art, wurde in den USA unter Künstlern ein Gedankenaustausch üblich, der sich bewusst der ganz normalen Postbeförderung bediente: Ideen, Anregungen, Aufforderungen und Denkanstöße wurden als künstlerisch gestaltete Postkarten offen verschickt und ausgetauscht. Die auf diese Art gebildeten Netzwerke verstanden sich als unkommerziell und operierten jenseits des offiziellen Kunstmarktes, mussten sich aber zwangsläufig mit den besonderen Bedingungen des Postversands arrangieren. Kein Wunder, dass Aufkleber, postalische Vermerke, Stempelungen und vor allem Briefmarken, die ja selbst kleine Kunstwerke sind,  als integrierte Bestandteile der künstlerischen Arbeit betrachtet und häufig mit in die Gestaltung einbezogen wurden.
Heutzutage bildet die Mail Art immer noch einen aktiven, aber nicht allzu verbreiteten Kunstbereich, der sich dennoch eine ganze Reihe von Liebhabern und Sammlern bewahrt hat.
Von meiner eigenen Mail Art erreichte übrigens ein beachtlicher Teil nie die vorgesehenen Empfänger, sondern ging beim Post-
versand auf Nimmerwiedersehen “verloren”. Verständlich, dass mir irgendwann dieser Schwund doch ein bisschen zu hoch war. Seitdem verzichte ich darauf, meine Arbeiten als offene und für jedermann einsehbare Postkarten zu verschicken.  Aus Traditions-
gründen lasse ich aber immer noch meine Bilder mit einem ganz offiziellen Tagesstempel der Post versehen – und das ist ja völlig im Sinne der Mail Art.

Quelle: www.guenterlitwinschuh.de


Galerie

Mail-Art von Günter Litwinschuh

Weitere Details zu den Arbeiten von Günter Litwinschuh finden Sie auch auf www.guenterlitwinschuh.de

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 06.09.2018 berichtet.

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