Löscharbeiten der Feuerwehr im Waldgebiet zwischen dem Oberwürzbacher Friedhof und dem Eichertsfels.  (Foto: Marco Schmeltzer/Feuerwehr St. Ingbert)

Saarländische Feuerwehren gut gerüstet

Interview: Landesbrandinspekteur Timo Meyer   11.08.2022 | 07:37 Uhr

Die Trockenheit macht der Natur immer mehr zu schaffen. Wald- oder Wiesenbrände können schnell entstehen und dann muss die Feuerwehr ausrücken. Doch woher bekommt die saarländische Feuerwehr bei der Trockenheit ihr Löschwasser und wie sicher ist die Versorgungslage bei weiter ausbleibendem Regen?

Braune Felder und Bäume die bereits im August ihre Blätter abwerfen. Die Trockenheit und Dürre ist im Saarland nicht zu übersehen. Ein Funkenschlag oder eine glimmende Zigarette reichen dann aus, um die ausgetrockneten Pflanzen in Brand zu stecken. So häufen sich auch im Saarland Wald- und Wiesenbrände, die die Einsatzkräfte der Feuerwehren belasten.

Ausreichend Löschfahrzeuge im Saarland

Der Landesbrandinspekteur des Saarlandes Timo Meyer sieht die Feuerwehren dennoch gut gerüstet. Insgesamt verfügt das Saarland über fast 500 Einsatzfahrzeuge, die Löschwasser mit sich führen. Einige von ihnen verfügten über Tanks die bis zu 15 000 Liter fassen können, so Meyer. Hinzu kommt, dass das Hydrantennetz des Saarlandes sehr gut ausgebaut sei, auf das die Feuerwehr zurückgreifen könne.

Wasserversorgung der saarländischen Feuerwehr
Audio [SR 3, Interview: Frank Hofmann, 11.08.2022, Länge: 02:50 Min.]
Wasserversorgung der saarländischen Feuerwehr

Notfalls Gewässer oder private Pools

Auch offene Gewässer wie Seen oder Flüsse könnten bei einem Brand als Löschwasser genutzt werden. Erst im äußersten Notfall würden die Feuerwehren auch auf private Pools oder Freibäder zurückgreifen, so der Landesbrandinspekteur.

Pendelverkehr sichert Wassernachschub

Bei einem Brand würde die Feuerwehr einen sogenannten Pendelverkehr einrichten. Mehrere Tankfahrzeuge würden im Wechsel an die Wasserquelle fahren und immer wieder ihre Fahrzeuge befüllen. Das getankte Wasser wird am Ort des Brandes, an das dort stationierte Tank- und Löschfahrzeug abgegeben, das den Brand löscht. Der Pendelverkehr garantiere, dass immer ausreichend Wasser am Einsatzort zur Verfügung steht.

Die zweite Alternative, die der Feuerwehr zur Verfügung steht, sind Schwimmbehälter. Die Behälter seien vergleichbar mit aufblasbaren Pools und würden durch den Pendelverkehr ständig mit Wasser befüllt. Ist ein Weiher in direkter Nähe, würden die Einsatzkräfte auch direkt dort ihr benötigtes Wasser abpumpen.

Noch keine angespannte Versorgungslage

Aktuell besteht laut Landesbrandinspekteur kein Grund zur Sorge, dass die Versorgung mit Wasser nicht gewährleistet werden könnte. Bei weiter anhaltender Trockenheit wäre es jedoch so, dass die Wege zur nächsten Entnahmestelle länger würden und der Pendelverkehr mit mehr Fahrzeugen durchgeführt werden müsste.

Ein Thema in der Sendung "Guten Morgen" am 11.08.2022 auf SR 3 Saarlandwelle.

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