Ministerin Anke Rehlinger in der Pressekonferenz (Foto: SR)

Rehlinger betont Bedeutung von Wasserstoff

  16.09.2020 | 12:30 Uhr

Die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) sieht im Wasserstoff eine wichtige Zukunftstechnologie für das Saarland. Die Stahlindustrie sei nur eine mögliche Anwendung von Wasserstoff, so die Ministerin im Landtag.

Bei Wasserstoff handelt es sich laut Saarlands Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) um "Zukunftsmusik", bei der keineswegs alle technologischen Fragen bereits beantwortet seien. "Aber man muss sich hier und heute auf den Weg machen, damit diese Zukunftsmusik auch eine saarländische Melodie hat. Und wir sind im Moment dabei, die Instrumente dafür zu stimmen", so die Ministerin.

Grüner Wasserstoff in Massen nicht möglich

Die Stahlindustrie sei eine mögliche Anwendung von Wasserstoff. Auch im Verkehrsbereich sei man "an einem Punkt angelangt, wo es auch jetzt schon sehr spannend ist, Wasserstoff zum Einsatz zu bringen". 

Grüner Wasserstoff müsse allerdings mit erneuerbaren Energien hergestellt werden. "Das wird uns mit Blick auf industrielle Prozesse und auf die Mengen, die dort gebraucht werden, in naher Zukunft in dieser Reinkultur erst einmal nicht gelingen", sagte Rehlinger.

Expertise des Saarlandes gefragt

Mit Windrädern sei der Energiebedarf für grünen Wasserstoff nicht zu decken. Dies bedeute, dass man möglicherweise auch über Europa hinausdenken müsse, um die nötige Sonnenenergie nutzen zu können. In der Wasserstoff-Technologie steckt nach Rehlingers Ansicht "ganz viel Potenzial". Das Saarland könne mit seiner Expertise dazu einen wesentlichen Beitrag leisten.

Erdgas weiterhin wichtig

Erdgas sei weiterhin nötig, "bis wir an anderen Stellen in der Lage sind, tatsächlich grünen Wasserstoff zu produzieren", so Rehlinger. Sie halte es "nicht für den klügsten Gedanken", ein Projekt wie die fast fertig gestellte Erdgas-Pipeline Nord Stream 2 zu stoppen.

Sie glaube, dass es andere Möglichkeiten gebe, auch in den Handelsbeziehungen zu reagieren und "auf anderem Wege eine adäquate Antwort auf ein inakzeptables Verhalten Russlands zu geben".

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