Eine fertige Kiste mit frischem Biogemüse (Foto: Lisa Krauser)

Frisches Gemüse ohne eigenen Garten

Markus Person/Onlinefassung: Emil Mura   14.05.2020 | 07:48 Uhr

Selbstgezogenes Gemüse schmeckt in der Regel besser als das aus dem Supermarkt und ist meistens auch gesünder. Um es zu ziehen braucht man heute nichtmal mehr einen Garten. Man man kann sich auch an einem Bauernhof beteiligen! Solidarische Landwirtschaft nennt sich das. Gegen einen festen Jahresbetrag bekommt man immer frische Ernte und darf selbst mitmachen. Zwei saarländische Höfe bieten Solawi an und SR 3-Reporter Markus Person hat sich einen davon angeschaut.

Der Hof von Familie Hock in Limbach ist an diesem Samstag gut besucht. Viele Solawi-Mitmacher sind schon gekommen, um ihren Ernteteil abzuholen: Gemüse, Eier oder Getreide, das dann gerade noch in der elektrischen Mühle vor Ort gemahlen wird. Fleisch vom Glanrind im Stall nebenan ist diesmal nicht dabei. Denn geschlachtet wird nur ein paar Mal im Jahr. Die Solawi betreibt die Familie Hock neben herkömmlichem Ackerbau. Landwirtin Bärbel Hock ist überzeugt vom Konzept der solidarischen Landwirtschaft. Sie findet, es ist eine Win-Win-Situation. Die Mitmacher profitieren von gesundem Gemüse und unterstützen die Bauern beim Strukturwandel in der Landwirtschaft.

Handel und Vertriebswege fallen weg

Frisches Gemüse ohne eigenen Garten
Audio [SR 3, Markus Person, 14.05.2020, Länge: 03:04 Min.]
Frisches Gemüse ohne eigenen Garten

Der Hof bietet eine breite Palette an Nahrungsmitteln an, vor allem verschiedene Gemüsesorten. Solawi soll in erster Linie die Grundversorgung mit Lebensmitteln gewährleisten. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Handel und Vertriebswege wegfallen. Die Teilnehmer finanzieren den Landwirt, dieser baut für sie an. Noch dazu darf jeder, der möchte, aktiv beim Anbau mitmachen. Was in der Solawi wächst, soll möglichst boden- und klimaschonend sein. In den Beeten findet man viele alte Gemüsesorten, die nicht mit Setzlingen sondern klassisch als Saatgut ausgebracht wurden.

Solawi noch zu unbekannt

Das Konzept mit dem nachhaltig angebauten und regionalen Gemüse kommt auch beim Naturschutzbund Saarland gut an. Nach Ansicht der Nabu-Vorsitzenden Julia Michely müssten die Solawis aber bei den Verbrauchern durch Netzwerke oder Werbekampagnen noch bekannter werden. Sie glaubt, dass das Konzept eine Chance ist, um den Landwirten in der Region mehr Sicherheit zu geben, mehr Freude an der Arbeit und mehr Wertschätzung durch die Verbraucher. Mehr als 100 Personen sind seit Beginn des Erntejahres im April der Solawi in Limbach beigetreten. Landwirtin Hock hofft, dass es über 200 werden.

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