Das Rathaus in St. Avold (Foto: SR)

Kommunalwahlen im Zeichen von Corona

Lisa Huth/Onlinefassung: Emil Mura   15.03.2020 | 21:54 Uhr

Wenn in Frankreich Kommunalwahlen stattfinden, wählen nicht nur einzelne Gemeinden ihren neuen Bürgermeister sondern alle Gemeinden in Frankreich. Diese so genannten „Municipales“ stehen seit Sonntag in Frankreich nochmal an, auch in der Region Grand Est, zu der Lothringen gehört. In diesem Jahr stehen die Wahlen ganz im Zeichen der Corona-Krise.

Die Wahl lief wegen der Ausbreitung des Corona-Virus mit strengen Sicherheitsvorkehrungen. So wurden beispielsweise Vorhänge an den Wahlkabinen abmontiert, weil dort jemand hineinhusten könnte. Die Wähler sollen außerdem ihre eigenen Stifte mitbringen und es wurden Markierungen angebracht, damit die Wähler den richtigen Abstand beim Warten einhalten. Wo es geht, wird mit Desinfektionsmitteln alles immer gleich abgewischt, wenn nicht, stehen Seife und Wasser bereit, damit die Leute sich die Hände vor der Wahl gründlich waschen können und danach auch.

Keine Briefwahl in Frankreich

Besonders ältere Menschen standen vor einem Dilemma. Einerseits gehören sie zur Corona-Risikogruppe und sollen deswegen zu Hause bleiben. Andererseits sind sie trotzdem aufgefordert, zu wählen. Da es in Frankreich nicht die Möglichkeit der Briefwahl gibt, mussten sie andere beauftragen, für sie zu wählen. Das war aber reglementiert und wer sich nicht früh genug darum gekümmert hatte, konnte auf diese Möglichkeit nicht zurückgreifen.

Experten rechnen mit Rechtsruck

Kollegengespräch mit Lisa Huth zu Kommunalwahlen
Audio [SR 3, Lisa Huth, 14.03.2020, Länge: 03:22 Min.]
Kollegengespräch mit Lisa Huth zu Kommunalwahlen

Experten schätzen, dass es Parteien gibt, die von der gegenwärtigen Krise profitieren könnten. Sie rechnen mit einem Rechtsruck, vor allem in der lothringischen Grenzregion. In vielen Orten wie Forbach, Saargemünd, L’Hôpital oder Thionville treten die extrem Rechten an – und wie man weiß, sind viele für den Ausstieg aus dem Euro, aus der EU und vor allem für Grenzschließungen. Viele Lothringer haben sich auch über die Art und Weise geärgert, wie das Saarland in der Corona-Krise mit den Grenzgängern umgeht. Auch das könnte den Rechten in die Hände spielen.

Am Sonntag war der erste Wahlgang. Besonders spannend wird es überall dort, wo die bisherigen Bürgermeister nicht mehr antreten. Das ist unter anderem in Saargemünd, Forbach und Metz der Fall. Erste Ergebnisse aus den Grenzregionen werden in der Nacht zum Montag erwartet.

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