"Neue Halberg Guss"-Mitarbeiter streiken (Foto: picture alliance / Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa)

Halberg Guss: Protest in Frankfurt

  12.07.2018 | 07:16 Uhr

Im Konflikt beim Autozulieferer Neue Halberg Guss (NHG) in Saarbrücken sind neue Proteste geplant. Die IG Metall teilte mit, parallel zu den heutigen Tarifverhandlungen in Frankfurt werde es eine Demonstration der Beschäftigten aus Saarbrücken und Leipzig geben. NHG-Chef Arslan stellte unterdessen Jobgarantien in Saarbrücken infrage.

Auftakt des Protests ist nach IG-Metall-Angaben um 10.00 Uhr eine Kundgebung am Frankfurter Hauptbahnhof. Im Anschluss findet eine Demonstration zum Opernturm statt, danach folgt die Hauptkundgebung. Die IG Metall rechnet mit etwa 400 Protestteilnehmern aus Saarbrücken und hunderten aus Leipzig.

Die Gewerkschaft kritisiert, die Arbeitgeberseite habe in den bisherigen Verhandlungsrunden kein Angebot zu den Forderungen nach einem Sozialtarifvertrag vorgelegt. Nach Angaben der IG Metall geht es um eine nachhaltige und langfristige Perspektive für die Halberg-Guss-Beschäftigten. Der erste Bevollmächtigte der IG Metall Saarbrücken, Hans Peter Kurtz, fordert ernsthafte Verhandlungen und fügt hinzu, es sei jetzt nicht die Zeit, die Kunden auf die IG Metall zu hetzen.

NHG-Chef sieht Werk gefährdet

"Streik zehrt an den Nerven"
Audio [SR 3, (c) Christoph Grabenheinrich, 11.07.2018, Länge: 03:34 Min.]
"Streik zehrt an den Nerven"

Der Chef der Neuen Halberg Guss, Barbaros Arslan, hält dagegen. Er sagte, wenn die Produktion nicht wieder beginne, würden auch diejenigen Arbeitsplätze wackeln, die im Werk Saarbrücken nicht gestrichen werden sollten. „Damit stellt sich auch die Frage, ob die Jobgarantie der NHG-Geschäftsleitung für Saarbrücken überhaupt aufrechterhalten werden kann“, so Arslan. Mit dem von Kunden angedrohten Abzug von Werkzeugen stehe es nun Spitz auf Knopf. Rechtlich könne er dies nicht verhindern.

Wochenlanger Streik

Die NHG-Werke in Saarbrücken und Leipzig werden seit fast vier Wochen bestreikt. In dem Konflikt geht es um die geplante Schließung des Werks in Leipzig mit 700 Beschäftigten Ende 2019 sowie um den erwogenen Abbau von 300 der insgesamt 1500 Arbeitsplätze in Saarbrücken. Die NHG gehört seit Januar zur Prevent-Gruppe, die sich vor allem mit Volkswagen immer wieder erbittert um Lieferkonditionen gestritten hat. Das Unternehmen stellt vor allem Motorblöcke und Antriebswellen für Autos und Lastwagen her.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 11.07.2018 berichtet.

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