Rocketman (Foto: EMI)

"Rocketman"

  09.06.2019 | 18:00 Uhr

Der Soundtrack zum Film "Rocketman" ist ein perfekter Appetitanreger, um in Elton Johns umfangreiches Gesamtwerk einzutauchen oder es wieder zu entdecken. Unser CD-Tipp der Woche.


CD der Woche vom 07. bis 15. Juni


Kinotipp: Rocketman
Audio [SR 3, Christian Job, 06.06.2019, Länge: 02:43 Min.]
Kinotipp: Rocketman

Rocketman

Original Motion Picture Soundtrack

UMI/EMI  / LC 00542
EAN: 0602577659256
VÖ: 24.05.2019



Nachdem der britische Regisseur Dexter Fletcher bereits mit dem Queen-Film "Bohemian Rhapsody“ ins Schwarze traf, rollt sein "Rocketman" nun den roten Teppich für Elton John aus. Fletcher stellte eine gelungene Besetzung zusammen, in der Taron Egerton die Titelrolle übernahm. Doch nicht nur das: Für den Film samt vorliegendem Soundtrack nahm man kurzerhand etliche Klassiker des Meisters neu auf und überließ dem Hauptdarsteller das Mikro. Der wählt den einzig möglichen Weg, verlässt den Pfad absoluter Nachahmung und gönnt sich das notwendige Quäntchen eigene Deutung.

Besonders anschaulich gelingen ihm solche Akzente in balladesken Tracks wie "Your Song“ oder "Tiny Dancer". "Crocodile Rock" lebt auch hier vom Gegenpol Muppet-Show-artiger "Laaaa-Lalalala-Laaaa"-Chöre. Der 1976 mit Kiki Dee eingesungene Welthit "Don't Go Breaking My Heart" funktioniert als Neuinterpretation auch dank Rachel Muldoon, die im Film Dee darstellt. Die Stehaufmännchen-Hymne "I'm Still Standing“ reinkarniert 2019 als opulente Semiballade.

Des Weiteren setzt die Zusammenstellung erfreulicherweise auf Juwelen aus der zweiten Reihe, die auch jenen gefallen sollten, die stets mehr von Johns Singer/ Songwriter-Seite fasziniert waren. Als Anspieltipp dient hier der "Border Song": ein Lied über Einsamkeit und Entfremdung, das zeigt, welch großartiger Texter sein Musikgatte Bernie Taupin bereits als 20-Jähriger war. Und dann gibt es da noch dieses eine Lied, dessen emotionale Kraft bis in alle Ewigkeit den künstlerischen Höhepunkt im Katalog von Elton John und Bernie Taupin bildet: "Sorry seems to be the hardest word". Der mitreißenden Urfassung können Egerton samt Team zwar nicht das Wasser reichen. Umso cleverer, wie der Schauspieler hier einen theaterhaften Monolog anlegt, der zwischen Piano und Streichern alles andere als ineffektiv wirkt.

Quelle: www.laut.de (Autor: Ulf Kubanke)

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