Rainhard Fendrich - Starkregen (Foto: RJF Musik)

Rainhard Fendrich: "Starkregen"

  29.09.2019 | 18:00 Uhr

Rainhard Fendrich ist mit Leib und Seele Musiker. Einer, der Aktuelles und Politisches auf die musikalische Ebene überträgt und dabei nicht vergisst, dass Humor die beste Waffe gegen den Ernst des Lebens ist. So ist es auch bei seinem neuen Album "Starkregen". Unser CD-Tipp der Woche.


CD der Woche vom 30. September bis 05. Oktober


Rainhard Fendrich - Starkregen (Foto: RJF Musik)

Rainhard Fendrich
"Starkregen"

RJF Musik
LC 83682
EAN: 9120090590050
VÖ: 20.09.2019


Auf „Starkregen“ widmet sich der 64-jährige Wiener den Phänomenen unserer Gegenwart und legt den Finger in offene Wunden. „Starkregen“ wird zum Sinnbild für den zwischenmenschlichen Klimawandel und die damit verbundenen Folgen. Und so handelt „Starkregen“ nicht nur von Momenten der Liebe und Hoffnung, sondern auch von einer Realität, in der einem das Wasser oft buchstäblich bis zum Halse steht.

Mit „Burn out“ widmet sich Fendrich unserer nach Wachstum und Effizienz strebenden Leistungsgesellschaft und stellt die Frage: Leben wir, um zu arbeiten, oder arbeiten wir, um zu leben? Doch nicht nur Workaholics laufen Gefahr, das wahre Leben um sich herum auszublenden. Die intensive Nutzung sozialer Medien ist oft Ursache für asoziales Miteinander. Wer kennt ihn nicht, den „Social Media Zombie“? Fendrich dokumentiert die Eigenheiten dieser ständig wachsenden Spezies und nimmt sie dabei aufs Korn. Dabei sieht er die schnelle Verbreitung von politischen Nachrichten durch soziale Medien grundsätzlich positiv. Dumm nur, dass kein Netzwerk zwischen Wahrheit und Unwahrheit unterscheiden kann.

In „Heiße Luft“ thematisiert Fendrich das Resultat: freie Bahn für populistische Parolen und jede Menge heiße Luft. „Am schlimmsten aber sind die, die sich für gar nichts interessieren“. Das sind diejenigen, die er in „Hinterm Tellerrand“ beschreibt.

Auch der Umgang mit Ressourcen („Die Welt“) beschäftigt Fendrich, außerdem das wachsende Verkehrsaufkommen, dem er sich in „Ich steh‘ gern im Stau“ widmet. In „Ich bin der Rest von deim Gewissen“ stellt er die Frage: Ist sich nur noch jeder selbst der Nächste?

Doch was hält die Welt zusammen, wenn es an so vielen Stellen bröckelt und brodelt? Antworten darauf liefert Fendrich mit „Nur die Liebe“ oder „Mein Leben“.

Und schließlich ist da noch der persönliche Rainhard Fendrich, der den Bogen spannt von den Anfängen seiner Karriere („Rock’n Roll Band“) bis hin zu Gedanken über das Leben im Alter („Abendrot“) und die Vergänglichkeit („Mit der Zeit “).

Quelle: Musik Promotion Network (Autorin: Nina Christin Stehr)