Sarah Connor: “Not so silent night” (Foto: UMD / Polydor)

Sarah Connor: “Not so silent night”

Album der Woche

  04.12.2022 | 18:00 Uhr

„Not so silent night“ von Sarah Connor ist kein klassisches Weihnachtsalbum, sondern eine Platte mit zwölf selbst geschriebenen neuen Weihnachtsliedern. Das SR 3-Album der Woche.

Album der Woche vom 05. bis 10. Dezember

Sarah Connor: “Not so silent night” (Foto: UMD / Polydor )

Sarah Connor
“Not so silent night”
UMD / Polydor / LC 00309
EAN: 9705800159583
VÖ: 18.11.2022


Ich wollte dieses Jahr ein Themenalbum machen. Entweder eine Platte mit Kinderliedern oder ein Weihnachtsalbum, weil ich keine Kraft hatte, so viel über die Zeit nachdenken zu müssen, in der wir gerade leben. Klima- und Energiekrise, Pandemie, Kriege, Überkonsum…

Viel zu viele Krisen auf der Welt. Ich sehne mich nach Leichtigkeit, Spaß, nach Aufrichtigkeit und Wärme.

Da ich mit dem mega Konzert-Sommer, der Anfang des Jahres noch vor mir lag, keine Zeit gehabt hätte, in Ruhe ins Studio zu gehen, um neue Songs zu schreiben, habe ich mir gedacht, es sei ein guter Zeitpunkt, ein kleines Experiment zu wagen. Völlig zwanglos.

Ich hatte keine Lust auf meine typische Schwermut und Melancholie. Ich wollte auch im Studio Lachen und Leichtigkeit und ein bisschen unter Leute kommen. Also habe ich meinen langjährigen Freund und Produzenten Nico Rebscher gefragt, ob er Lust hätte, mit mir ein Weihnachtsalbum zu machen und mich bei dem Prozess zu begleiten.

Ich mietete das Black Rock Studio auf der griechischen Vulkaninsel Santorini. Ende Januar und Ende Februar, jeweils für sechs Tage. Wir laden eine Hand voll Freunde und Kollegen ein und schauen mal, was dabei rauskommt. Gesagt getan.

Max Wolfgang, Ali Zuckowski, Kelvin Jones, Nico Santos und Kalli & Joe kamen vorbei. Wir hatten tolle Gespräche und eine fantastische Zeit. Aber vor allem haben wir Musik gemacht. Viel mehr, als ich zu Hause mit vier Kindern und dem dazugehörigen Alltag je machen kann. Jeder war einfach glücklich über diese Auszeit. So viele talentierte Writer an einem Ort und natürlich hatte jeder Ideen zu Weihnachten. 

Aber Texte schreibe ich lieber alleine. Seit meinem Album „Muttersprache“ singe ich keine Songs mehr, die andere für mich schreiben. Ich habe die lyrischen Konzepte, bringe die Themen und habe über die Jahre immer weniger andere Menschen in diesem Prozess zugelassen.

Bei Melodien bin ich offen und dankbar für gute Vorschläge, aber die Texte müssen genau meine Sprache haben. Nun wollte ich es mal wieder anders machen. Ich hatte mir vorgenommen, mich zu öffnen, nicht alles abzulehnen, sondern diese Platte als Gemeinschaftsprojekt zu sehen. Ich hatte einen klaren Plan, welche Perspektiven von Weihnachten ich in den Songs beschreiben wollte. Meine Kollegen haben diese grandios aufgenommen und geholfen, sie umzusetzen. Es ging alles ganz leicht und nach 12 Tagen war das Album fertig geschrieben.

Nico Rebscher hatte als Produzent danach die meiste Arbeit, alles hübsch zu machen, was uns da in den langen Tagen und Nächten so eingefallen ist. Ende Mai sind wir zusammen nach London geflogen, um mit Rosie Danvers Orchesteraufnahmen zu machen, die sie extra für meine neuen Songs arrangiert hat.

„Not so silent night“ ist kein klassisches Weihnachtsalbum, sondern eine Platte mit zwölf selbst geschriebenen neuen Weihnachtsliedern.

Natürlich liebe ich die Weihnachtslieder, die geschmückten Fenster und beleuchteten Straßen, den Kitsch. Dafür hasse ich den Überkonsum, die Hektik, wie schnell alles vorbei ist, und wie sich an Heiligabend alle zusammenreißen, um Reizthemen zu umschiffen. Ich liebe die aufgeregten Kinderaugen und ich liebe es, Weihnachten für sie auszurichten und hoffe, dass wir das noch ganz lange so erleben können. Durch die Augen meiner Kinder kann ich noch immer an den Zauber glauben und wünsche mir an Heiligabend tatsächlich von ganzem Herzen Frieden für die Welt, in der sie leben.

Eines ändert sich auch an Weihnachten und auch auf Englisch nicht: Ich mache Songs und Texte nah am Leben. Und als Mutter, Tochter, Schwester und Frau ist es nun mal auch ein bisschen beten, dass alles schön wird.

Bei uns zu Hause ist Weihnachten wild, laut und lustig. Darum habe ich die Platte „Not so silent night“ genannt.

Quelle: Musik Promotion Network (Sarah Connor)

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