Mobilfunkmast im Wald (Foto: dpa/Patrick Seeger)

Löchrige Mobilfunknetze in Grenzregionen

mit Informationen von Florian Possinger   11.07.2018 | 19:45 Uhr

Entlang von Landesgrenzen nimmt die Stärke von Mobilfunksignalen ab – auch im Saarland. Das hat unter anderem technische Gründe. In Berlin treffen sich am Donnerstag Vertreter von Bund, Ländern und Mobilfunkanbietern, um über das Mobilnetz, Funklöcher und die nächste Generation des mobilen Internets zu sprechen.

Laut Susanne Reichrath, Beauftragte des Ministerpräsidenten für Technologie, hat das Saarland eine Mobilfunkabdeckung in Sachen Sprache von 99,9 Prozent. „Trotzdem wissen wir, dass es im Saarland – ähnlich wie im Rest der Republik – insbesondere in ländlichen Gebieten, aber auch im Grenzbereich zu Frankreich hin, durchaus noch Mobilfunklöcher gibt."

Video [aktueller bericht, 11.07.2018, Länge: 4:02 Min.]
Zukunft des mobilen Internets

Lücken auch im Hochwald

Funklöcher überall im Saarland
Audio [SR 3, Florian Possinger / Umfrage, 12.07.2018, Länge: 03:25 Min.]
Funklöcher überall im Saarland

Funklöcher bedeuten heutzutage weniger Probleme beim Telefonieren als eine schlechte oder gar keine Datenverbindung. Auf der Übersichtskarte des Zweckverbandes eGo-Saar ist gerade die mangelhafte Abdeckung mit dem aktuellen Mobilfunkstandard LTE entlang der Grenze zu Frankreich deutlich zu erkennen. Aber auch im Hochwald tun sich Lücken auf. Um ein genaues Bild der Netzabdeckung zu erhalten, können die Saarländer seit Ende Juni Funklöcher melden. Unter www.breitband-saarland.de steht dazu ein Formular zur Verfügung. Diese Daten sollen dann mit denen der Netzanbieter abgeglichen werden, um das Netz zu verbessen.

Eine bessere Abdeckung für das gesamte Land ist auch eine Zielsetzung für den Gipfel in Berlin. „Wir wünschen uns dort, dass man dann gemeinsam mit den Mobilfunkanbietern, Bund, Ländern und Kommunen Konzepte entwickelt, wie im Rahmen des bestehenden Standards LTE, das heißt 4G, eine hundertprozentige Abdeckung so schnell wie möglich erreicht werden kann“, sagt Reichrath.

Neuer Standard 5G soll kommen

Die Zeit ist dafür ist längst reif, denn mit 5G ist bereits ein neuer Standard in Vorbereitung. Zehn Gigabit pro Sekunde sind damit möglich – deutlich mehr als bei LTE. Von der Technik könnten auch grenznahe Orte profitieren, beispielsweise in der Warndt-Region. Heutige Mobilfunkantennen strahlen die Daten kreisförmig in alle Richtungen ab. Entlang der Grenze müssen die Anbieter die Signalstärke aber soweit runterregeln, dass sie nicht dem französischem Anbieter in die Quere kommen. Daher die schlechte LTE-Abdeckung an der Grenze. Die 5G-Technik nutzt hingegen viele kleine Funkzellen, die ihre Daten nicht kreisförmig abstrahlen, sondern zielgerichtet bündeln.

Bis 5G im Saarland kommerziell genutzt werden kann, werden wohl noch einige Jahre vergehen. Für die Einrichtung eines Testfelds hat sich die Landesregierung aber bereits beworben.

Artikel mit anderen teilen