Dr. Magnus Jung (Foto: IMAGO / BeckerBredel)

"Inzidenzen von 200 bis 400 sind möglich"

  14.07.2021 | 16:05 Uhr

Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Landtag, Magnus Jung (SPD), rechnet mit hohen Inzidenzen im Herbst und Winter, falls es nicht gelingen sollte, die Impfquote deutlich zu erhöhen. Ziel sei eine Quote von 75 Prozent, sagte er im SR-Interview. Ansonsten drohten Inzidenzen von bis zu 400.

Auch wenn derzeit die Corona-Lage im Saarland vergleichsweise entspannt ist, sind die Experten sich sicher: Die vierte Welle im Herbst und Winter wird kommen. Die Frage ist nur, wie schwer wird sie ausfallen? Laut Magnus Jung, Vorsitzender des Gesundheitsausschusses im saarländischen Landtag, hängt das davon ab, wie schnell man die derzeit stockende Impfquote vorantreiben kann. Derzeit würden im Saarland nur noch rund 7000 Impfungen täglich stattfinden. Dabei sei das Doppelte möglich.

"Inzidenzen von 200 bis 400 sind möglich"

"Wir haben am Ende die Sache ein gutes Stück selbst in der Hand“
Audio [SR 3, Interview: Dorothee Scharner/Magnus Jung (SPD), 14.07.2021, Länge: 03:34 Min.]
"Wir haben am Ende die Sache ein gutes Stück selbst in der Hand“

„Wenn wir es schaffen, bis zum Herbst 75 Prozent der Menschen erst- und zweitgeimpft zu haben, dann haben wir gute Chancen, dass die vierte Welle sehr schwach ausfällt“, sagte Jung im SR-Interview. Bei Impfquoten von unter 65 Prozent im Herbst und Winter gingen, so Jung, die Modellierungen aber davon aus, dass wieder Inzidenzen von 200 bis 400 möglich seien.

Jung geht zudem davon aus, dass Nachimpfungen für die Bevölkerung notwendig sein werden, um den Schutz aufrechtzuerhalten. „Wir warten da noch auf eine Entscheidung des RKI. Aber wir müssen uns darauf einstellen, dass wir ab November und Dezember und dann den ganzen Winter hindurch alle älteren Menschen zum Beispiel in Heimen, aber auch alle anderen nachimpfen müssen. Und wir gehen davon aus, dass wir das mit den Hausärzten bewerkstelligen können“, sagte Jung.

Impfen in der Kneipe?

Um die Impfquote jetzt weiter nach oben zu treiben, müsse man nun aber aktiv werden und mobile Impfangebote machen. „Wir müssen dahin gehen, wo die Leute sind. Also in die Quartiere, die Innenstädte aber auch in die Einkaufszentren und Gaststätten.“ Man müsse informieren und aufzeigen, dass Geimpfte Vorteile gegenüber denen haben, die nicht geimpft seien. Laut Jung sollen im Saarland die mobilen Impfangebote schon in den kommenden Tagen starten.

Schulschließungen verhindern

Der SPD-Politiker zeigte sich im SR-Interview zudem optimistisch, dass es im Saarland gelingen könne, erneute Schulschließungen bei steigenden Inzidenzen zu vermeiden. Sollten die Inzidenzen im Winter aber wieder sehr schnell steigen und die Impfungen gleichzeitig sehr langsam verlaufen, dann müsse man aber zumindest Einschränkungen prüfen.

Mit Blick auf die Testzentren des Landes betonte Jung, dass sie auch künftig geöffnet blieben. „Wir werden sie auch brauchen, denn weniger als die Hälfte der Bevölkerung hat heute überhaupt den vollständigen Impfschutz. Insofern kann man nur daran appellieren, dass die Menschen, die nicht vollständig geimpft sind, sich regelmäßig testen lassen.“

Ein Thema in der SR 3 Region am Nachmittag vom 14.07.2021.

Artikel mit anderen teilen

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja