Luftfilter für Schulen (Foto: Kreisstadt St. Wendel / Josef Bonenberger)

Über 200 Unterrichtsräume mit Luftreinigern nachgerüstet

  21.02.2021 | 08:37 Uhr

Die saarländischen Kommunen und Kreise haben seit November gut 200 Klassenräume mit Luftreinigern ausgestattet. Überwiegend kommen die Reinigungsgeräte in den Räumen zum Einsatz, die nicht ausreichend gelüftet werden können. Nur ganz wenige Kommunen setzen die Geräte flächendeckend ein. Von der bereitgestellten Fördersumme wurde nur ein kleiner Teil abgerufen.

Um die Gefahr einer Virus-Übertragung in Klassenzimmern zu minimieren, fördert das Innenministerium nach eigenen Angaben seit Ende Oktober die Anschaffung von Luftreinigungsgeräten für Schulen. Dies gilt für Unterrichtsräume, in denen zum Beispiel die Fenster nicht richtig geöffnet werden können oder wo bestehende Lüftungsanlagen nicht ausreichen.

Luftreiniger in zwölf Kommunen und Kreisen bewilligt

"Die Verteilung der Luftreiniger ist sehr unregelmäßig"
Audio [SR 3, Studiogespräch: Janek Böffel/Thomas Braun, 23.02.2021, Länge: 03:01 Min.]
"Die Verteilung der Luftreiniger ist sehr unregelmäßig"

Seither haben die saarländischen Kommunen und Kreise 166 Geräte über das Förderprogramm angeschafft, die meisten davon der Landkreis St. Wendel. In den elf Schulen in Trägerschaft des Kreises wurden insgesamt 50 Geräte installiert.

30 weitere Geräte wurden an den drei Grundschulen in der Gemeinde Schiffweiler eingebaut, da die dortigen Klassensäle nach Angaben der Gemeinde wegen feststehender oder nur halb zu öffnender Schiebefenster nur eingeschränkt gelüftet werden können.

Die Stadt Wadern hat 25 Geräte über die Förderung anschaffen und damit rund zwei Drittel aller Klassenräume an den Grundschulen ausstatten können. Die Geräte wurden nach Angaben des zuständigen Mitarbeiters in der Gemeinde in den Räumen installiert, die nicht anderweitig komplett quergelüftet werden konnten - also zum Beispiel über ebenfalls offene Fenster auf einem Gang.

Rehlingen-Siersburg hat über das Förderprogramm elf Luftreiniger angeschafft, Überherrn zehn. Acht, sieben beziehungsweise ein Luftreiniger wurden in Dillingen, Tholey und Völklingen bewilligt. Darüber hinaus haben auch alle übrigen Landkreise und der Regionalverband für die weiterführenden Schulen in ihrer Trägerschaft zwischen vier und sieben Geräten angeschafft.

St. Wendel: Luftreiniger für jedes Klassenzimmer

Zunächst unabhängig von dem Förderprogramm hat die Stadt St. Wendel 40 mobile Reinigungsgeräte in jedem Klassenraum seiner vier Grundschulen aufgestellt. Sie sollen ergänzend zum regelmäßigen Lüften zum Einsatz kommen. Die Stadt hofft darauf, zumindest einen Teil der Kosten über das Förderprogramm des Ministeriums zurückzuerhalten.

480.000 Euro von vier Millionen Euro abgerufen

Insgesamt hat das Innenministerium vier Millionen Euro zur Anschaffung der Luftreiniger bereitgestellt. Davon wurden nach Angaben einer Sprecherin bislang rund 478.000 Euro - also etwa zwölf Prozent - abgerufen. Rund drei Millionen aus dem Förderprogramm will das Innenministerium nun nutzen, um damit auch die Anschaffung von Luftreinigungsgeräten für Kitas zu fördern. Hier muss allerdings der Ministerrat noch zustimmen.

Regelmäßiges Lüften gilt weiterhin als effektivste Maßnahme

Nach Einschätzung des Bundesumweltamtes ist der Einsatz von mobilen Luftreinigungsgeräten nur in Ausnahmefällen sinnvoll. Wichtigste Maßnahme bleibt demnach, die Klassenräume intervallartig über weit geöffnete Fenster zu lüften.

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