Kraniche fliegen zu ihren Futterplätzen. (Foto: dpa)

Die ersten Kraniche ziehen über das Saarland

  10.10.2018 | 12:49 Uhr

Der Zug der Kraniche hat wieder begonnen. Vor dem nahenden Winter fliegen sie von ihren Brutstätten in Nordeuropa nach Frankreich und Spanien. Die ersten Tiere wurden im Saarland bereits in der vergangenen Woche gesichtet.

Zum Monatsende werde der Zug der Kraniche intensiver und könne bis in den November hinein dauern, erklärt Sebastian Kiepsch vom Naturschutzbund NABU im Saarland. Wann genau die Vögel fliegen, hänge von den Wetterbedingungen ab.

Die laut trompetenden Vögel gelten als Glückssymbole und fliegen hoch oben in auffälligen V-Formationen von 60 bis 200 Tieren. „An guten Tagen können da sogar 10.000 im Saarland auftauchen“, sagt Sebastian Kiepsch. Genaue Zahlen könne man aber natürlich nie voraussagen.

Neue Flugrouten

Die Tiere überfliegen einen rund 150 Kilometer breiten Korridor, in dem sich auch das Saarland befindet. Nach Einschätzung des NABU-Experten Kiepsch bilden sich auch neue Zugrouten. So seien Bayern und Baden-Württemberg früher fast kranichfrei gewesen. „Mittlerweile gibt es auch eine kleine Zugroute, die nördlich der Alpen entlang führt.“ Ob da der Klimawandel dahinter stecke, könne man aber nicht sagen.

Außerdem sei mittlerweile zu beobachten, dass ein Großteil der Kraniche gar nicht mehr ziehe oder in den Gebieten Norddeutschlands überwintere. „Wobei das auch von den einzelnen Wetterbedingungen im Jahr abhängt“, so Kiepsch. Wer die zahlreichen Rückkehrer nicht auf den ersten Blick entdeckt, wird spätestens bei den trompetenartigen Rufen der Zugvögel den Blick in den Himmel richten.

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