Verschiedene Medikamente - Nahaufnahme (Foto: Pixabay)

Saar-Drogenbeauftragter warnt vor Medikamenten-Missbrauch

  16.09.2021 | 15:46 Uhr

Tabletten zum Wachwerden, später Tabletten zur Beruhigung - diese Wechselwirkung wenden offenbar immer mehr Menschen an. Der Medikamenten-Mix sei zunehmend auch abseits der Drogenszene verbreitet, warnt der saarländische Drogenbeauftragte Kolling.

30 sogenannte Drogentote hat es im Saarland im vergangenen Jahr gegeben - bei der Hälfte der Opfer wurden laut Gesundheitsministerium Amphetamine nachgewiesen, bei zwölf Opfern Benzodiazepine. Amphetamine gelten als Aufputschmittel, Benzodiazepine als Beruhigungs- und Schlafmittel.

Gerade diese Mischung aus verschiedenen Substanzen macht dem Landesdrogenbeauftragten Sorgen: "Die Belastung für Körper und Psyche durch Mischkonsum führt zu einer erhöhten Gefahr von Drogennotfällen", warnt Stephan Kolling. Ursprünglich seien solche Medikamenten-Mixe in der Drogenszene verbreitet gewesen, inzwischen träten sie aber auch im Freizeitbereich oder in der Arbeitswelt auf.

Mehr Mittel für Suchtkrankenhilfe

Konsumenten sei häufig gar nicht bewusst, dass sie durch häufiges Einnehmen nach und nach eine Medikamentensucht entwickelt hätten. Das Saarland brauche daher eine klare Strategie.

Für die Suchtkrankenhilfe seien die Mittel deshalb um 400.000 Euro aufgestockt worden. In einem nächsten Schritt wolle man sich dem Projekt "Drug Checking" nähern, sagte Kolling. Dabei können Konsumenten Drogen auf Verunreinigungen prüfen lassen.

Artikel mit anderen teilen

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja