Eine Frau geht in einem Pflegeheim an einem Gehstock. (Foto: picture alliance/Sebastian Kahnert/zb/dpa)

Keine Besuchserleichterung in Altenheimen

mit Informationen von Thomas Gerber   15.10.2020 | 14:01 Uhr

Das saarländische Gesundheitsministerium hat die beschlossenen Lockerungen für Besuche in Alten- und Pflegeheimen wegen der aktuellen Coronalage ausgesetzt. Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) sagte dem SR, die Entscheidung sei im Einvernehmen mit der Pflegegesellschaft getroffen worden.

Bereits am Mittwoch hatte der Arbeitersamariterbund (ASB) Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) aufgefordert, angesichts steigender Infektionszahlen die gelockerte Verordnung auszusetzen. Die Gesundheitsministerin äußerte daraufhin Verständnis für die Bedenken der Altenheimbetreiber.

Am Donnerstag teilte Bachmann mit, dass die neue Besuchsrichtlinie am Freitag doch nicht in Kraft tritt: "Da sich die aktuelle Lage sehr beunruhigend gestaltet, bis jetzt drei Landkreise als Risikogebiet ausgewiesen sind, wird auf Wunsch der Einrichtungen und der saarländischen Pflegegesellschaft die neue Besucherrichtlinie vorübergehend ausgesetzt."

Kontroverse Meinungen zu Lockerungen

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) hatte zuvor als einer der größten Altenheimbetreiber im Saarland angekündigt, die ab Freitag möglichen Lockerungen bei den Besucherregelungen zunächst nicht umzusetzen. Die AWO begründete ihre Entscheidung mit der sich verschärfenden Corona-Lage.

Die Saarländische Pflegegesellschaft (SPG) hatte die Erleichterungen zunächst begrüßt. SPG-Vorsitzender Harlad Kilian sagte dem SR, angesichts der aktuellen Entwicklungen werde man sich erneut mit dem Thema befassen und sich eventuell neu positionieren. Grundsätzlich aber hätten die Einrichtungen vor Ort auch mit der neuen Regelung einen "großen Ermessensspielraum".

Bisherige Regelungen gelten bei AWO

Die Bewohner von AWO-Einrichtungen dürfen ihre Angehörigen trotz der Lockerungen der Besucherregelungen weiterhin nicht in ihren Zimmern empfangen. AWO-Sprecher Jürgen Nieser sagte auf SR-Anfrage, angesichts der sich verschärfenden Corona-Lage bleibe es bis auf Weiteres bei den bisher geltenden eingeschränkten Besuchsmöglichkeiten für die Angehörigen.

Durch Besuche auf den Zimmern der Bewohner bestehe die Gefahr, dass die Gesundheit der Bewohner und Mitarbeiter gefährdet werde. Die Entscheidung, an den strengeren Regelungen festzuhalten, sei der AWO nicht leicht gefallen. Sie sei aber konsequent im Sinne der Gesundheit der Bewohner.

Nieser erklärte gegenüber dem SR, dass ein Besuch aber möglich sei. Die Besucher müssen demnach im Voraus telefonisch einen Termin vereinbaren und können dann unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen ihre Angehörigen in Besuchsräumen treffen. Diese Möglichkeit gelte jedoch nicht für Menschen, die aus Risikogebieten kommen. So dürfen zum Beispiel Besucher aus St. Wendel ihre Angehörigen in Saarbrücken aktuell nicht besuchen. Die AWO betreibt im Saarland 26 stationäre Altenheime mit rund 2300 Bewohnern.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 15.10.2020 berichtet.

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