Wasserflaschen werden in der Glas-Abfüllanlage befüllt.  (Foto: picture alliance/dpa | Roland Weihrauch)

Ausbaupläne für Kirkeler Trinkwasserförderung gestoppt

mit Informationen von Patrick Wiermer   28.04.2021 | 14:00 Uhr

Die MEG wird die Trinkwasserförderung in Kirkel nicht ausbauen. Die Pläne seien gestoppt worden, teilte das Unternehmen auf SR-Anfrage mit. Gegen das Vorhaben hatte es seit Monaten massiven Widerstand gegeben.

Video [aktueller bericht, 28.04.2021, Länge: 5:56 Min.]
Mehr zu dem Thema im Nachrichten-Teil des aktuellen berichts ab 12:47 min.

Trotz der „positiven Ergebnisse“ einer Probebohrung und des Grundwassermodells verzichtet die MEG darauf, das Brunnenprojekt weiter voranzutreiben und wird keinen entsprechenden Antrag beim Landesamt für Umwelt und Arbeitsschutz in Saarbrücken stellen, heißt es auf SR-Anfrage. Genauere Gründe für den Rückzug nannte die MEG allerdings nicht.

Der Ortsvorsteher von Kirkel-Neuhäusel, Hans-Dieter Sambach (CDU), bewerte die Entscheidung positiv. Jetzt müsse aber auch sichergestellt werden, dass die Fördermenge am bestehenden Brunnen nicht erhöht wird.

Grüne wollen Taubental als "strategische Trinkwasserreserve"

Der Fraktionsvorsitzende der SPD im Kreistag Saarpfalz, Esra-Leon Limbacher, begrüßte die Entscheidung als gute Nachricht. Gerade in Zeiten des Klimawandels und nachgewiesenen Niederschlagsdefiziten sei auf die Sicherstellung der Grundwasservorräte besonders zu achten.

Die saarländischen Grünen bezeichneten den Ausbaustopp als "guten Tag für das Biosphärenreservat Bliesgau und das ganze Saarland." Die Landesvorsitzende Tina Schöpfer appellierte an Umweltminister Reinhold Jost (SPD), das Taubental in Kirkel als "strategische Trinkwasserreserve" langfristig zu schützen.

Kritiker fürchteten Folgen

Die MEG wollte nach SR-Informationen rund 30 Prozent mehr Wasser aus der Waldquelle fördern, um den Standort zu sichern. Die Kritiker befürchten Folgen für Mensch und Umwelt sowie einen Ausverkauf des Trinkwassers an private Konzerne. Die MEG produziert unter anderem für den Discounter LIDL.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 28.04.2021 berichtet.

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