Eine Nutzerin nimmt per Computer an einer Videokonferenz teil. (Foto: Pixabay/jagritparajuli99)

Was von Krisensituationen bleibt

Steffani Balle / Onlineversion: Kathrin Gärtner   08.11.2022 | 07:37 Uhr

Die vergangenen Jahre waren mit der Corona-Pandemie und dann dem Krieg in der Ukraine von Extrem-Situationen geprägt. Darauf mussten sich die Menschen einstellen. Krisenmanager Frank Roselieb spricht über Hoffnungsschimmer in der Pandemie und erklärt, was die Menschen daraus an Positivem mitgenommen haben.

Frank Roselieb berät als Krisenmanager die Politik. Laut ihm sei das Beste an einer Krise, dass sie irgendwann vorbei sei. Solange sie das nicht sei, gelte das Prinzip Hoffnung.

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Hoffnungsschimmer in Krisen
Audio [SR 3, Steffani Balle, 08.11.2022, Länge: 02:38 Min.]
Hoffnungsschimmer in Krisen

In der Politik habe man immer versucht, den Menschen einen Hoffnungsschimmer anzubieten, sagt Roselieb. So habe es beim ersten Corona-Lockdown im März 2020 die Prognose gegeben, dass im baldigen Sommer alles besser werde. Im zweiten Lockdown habe es die Botschaft gegeben, dass am Impfstoff gearbeitet und die Situation so besser werde.

Verfallsdatum der Hoffnungsschimmer

Doch alles, was den Menschen Hoffnung machen sollte, hatte ein Verfallsdatum. So sei während der Pandemie im Januar 2021 zwar eine Impfkampagne gestartet worden, doch zunächst sei nicht genügend Impfstoff vorhanden gewesen.

Und auch das 9-Euro-Ticket im vergangenen Sommer, das die Menschen dazu bewegen sollte, mit Bus und Bahn statt dem Auto zu fahren, konnte nicht dauerhaft überzeugen. Selbiges prophezeit Roselieb für das 49-Euro-Ticket: "Das 49-Euro-Ticket ist etwas schlecht konstruiert."

Er verweist darauf, dass die Menschen das 9-Euro-Ticket dazu genutzt hätten, an den Strand zu fahren. Doch dabei hätten sie gemerkt, dass die Züge sehr voll seien und ausfallen könnten. Roselieb bemängelt, es würde etwas angeboten werden, womit eine Mehrnachfrage ausgelöst werde, gleichzeitig das Angebot aber nicht befriedigt werden könne. Da hinke die Praxis der guten Idee deutlich hinterher.

Verbesserung bei digitaler Kompetenz

Doch es ist nicht alles schlecht. Was sich eindeutig durch Lockdown und Abstandsgebote während der Pandemie verbessert habe, sei die digitale Kompetenz, sagt der Krisenmanager.

Für Lehrerinnen und Lehrer sei es praktischer gewesen, Hausaufgaben mit Hilfe der Internets an ihre Schülerinnen und Schüler zu schicken, als ihnen die Aufgaben persönlich vorbeizubringen. Außerdem hätten ältere Menschen auch das Internet ausprobiert, um mit Freundinnen und Freunden in Kontakt zu bleiben. "Das war in der Tat ein starker Impuls, sich zu verändern."

Und weil Laptops, Smartphones und Computer nun mal angeschafft seien, würden sie auch weiter genutzt. Auch wenn man sich gerne wieder im realen Leben treffe.

Ein Thema in "Guten Morgen" auf SR 3 Saarlandwelle am 08.11.2022.

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