Ein Geschäftsmann steht mit Taschenrechner am Schreibtisch (Foto: IMAGO / Westend61)

Saar-Unternehmen in Sorge um ihre Geschäfte

  24.11.2022 | 14:05 Uhr

Auch wenn saarländische Unternehmen ihre Lage minimal besser bewerten als vor einem Monat - die Aussichten ins kommende Jahr erscheinen den meisten trüb. In der monatlichen Umfrage der IHK erwarten nicht einmal fünf Prozent der Betriebe bessere Geschäfte.

"Der Saarwirtschaft stehen weiterhin schwierige Monate bevor", sagt Frank Thomé, der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer im Saarland (IHK). Steigende Zinsen, Kostendruck und weniger Konsumlaune der Verbraucher seien Gründe, warum die Erwartungen der Unternehmen so tief in den Keller sinken wie noch nie zuvor.

Gerade einmal vier Prozent der 300 befragten Unternehmen rechnen in den kommenden sechs Monaten mit besseren Geschäften, ein Drittel aber mit schlechteren. Der Rest geht davon aus, dass die Lage in etwa konstant bleibt.

Thomé sieht hier die Politik in der Pflicht. Die brauche "mehr Mut" bei Themen wie Bürokratieabbau und der Digitalisierung der Verwaltung, aber auch mehr Tempo in Planungs- und Genehmigungsverfahren.

Für die Wintermonate rechnet die IHK mit einer leichten Rezession im Saarland.

Derzeitige Lage besser bewertet

Für den Moment hat sich das Urteil der saarländischen Unternehmen trotz schwacher Aussichten im Vergleich zum Vormonat aber minimal verbessert: 36 Prozent der Befragten beurteilten ihre Lage als gut oder sehr gut, im Oktober waren es noch 34 Prozent. Vor allem in der Stahl- und Elektroindustrie läuft es.

Maschinen- und Stahlbau, Bauwirtschaft und Ernährungsgewerbe bewerten ihre Lage häufig nur befriedigend, im Fahrzeugbau sind die Meinungen gespalten. Eine Hälfte melde gute Geschäfte, die andere klage über Lieferkettenprobleme.

Über alle Industriebranchen hinweg meldet die IHK in den ersten acht Monaten des Jahres höhere Umsätze als im gleichen Zeitraum im Jahr zuvor (+17,6 Prozent).

Ebenfalls gute Geschäfte meldet das Dienstleistungsgewerbe, im Hotel- und Gaststättengewerbe mache sich dagegen "die Konsumrückhaltung der Verbraucher bemerkbar", sagt Thomé.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 24.11.2022 berichtet.


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