Leere Kaffee- und Eisbecher liegen auf einem überfüllten Mülleimer.  (Foto: Peter Kneffel/dpa)

Hersteller sollen für Müllbeseitigung zahlen

  13.08.2019 | 13:38 Uhr

Im öffentlichen Raum gibt es immer mehr Einwegprodukte. Ihre Entsorgung stellt auch saarländische Kommunen vor besondere Probleme. Künftig sollen die Produzenten an den Kosten beteiligt werden. Neunkirchens OB Fried hat noch weitergehende Vorschläge, um dem Wegwerf-Trend zu begegnen.

Überquellende Mülleimer, Zigarettenstummel auf dem Gehweg, Plastiktüten im Gebüsch - für Städte und Gemeinden ist die Entsorgung von Einwegmüll ein wachsendes Problem. „Der Trend zu mehr Wegwerfartikeln führt in manchen Städten zu einer regelrechten Müllflut, vor allem in öffentlichen Parks und belebten Straßen. Für die Kommunen wird es immer schwieriger Straßen, Plätze und Parks sauber zu halten“, sagt Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD). Dass das bislang die Allgemeinheit zahlen müsse, sei nicht gerecht.

Schulze will darum die Produzenten von Wegwerfartikeln an den Reinigungs- und Entsorgungskosten für den öffentlichen Raum beteiligen. Im Visier hat sie die Hersteller von Fast-Food-Verpackungen, Getränkebechern, leichten Kunststofftragetaschen und Zigarettenfiltern. Bevor eine entsprechende Verordnung beschlossen wird, soll zunächst untersucht werden, wie hoch genau deren Anteil in den öffentlichen Abfallbehältern, auf den Straßen und in Parks ist.

Probleme durch wild entsorgten Müll

Dass er gestiegen ist, damit haben auch die saarländischen Kommunen zu kämpfen, sagt Jürgen Fried, Oberbürgermeister von Neunkirchen und Präsident des Saarländischen Städte- und Gemeindetages. Für die Reinigungskräfte seien Einweg- und Wegwerfartikel auch deshalb eine besondere Belastung, weil sie oft in mühevoller Handarbeit aufgesammelt werden müssten. „Problematisch sind vor allem die Artikel, die wild entsorgt werden. Insbesondere die Müllmengen, die in Wiesen, Hecken und Straßenbegleitgrün landen, machen Probleme.“

Fried hält es für sinnvoll, die Produzenten an den Entsorgungskosten zu beteiligen - gemäß dem Verursacherprinzip. Doch um dem Problem Herr zu werden, könnte man noch früher ansetzen - etwa indem man die verwendeten Materialien entsprechend verteuert, um so einen wirtschaftlichen Anreiz zu schaffen, sie zu vermeiden. Nur ein Zusammenspiel von Maßnahmen könne zum Erfolg führen, so Neunkirchens OB. Dazu gehöre neben mehr Umweltbildung auch Überwachung und konsequente Sanktionierung.

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