Armbänder mit CDU-Logo auf einem Tisch (Foto: dpa)

Hans begrüßt Verschiebung des CDU-Parteitages

  26.10.2020 | 16:32 Uhr

Saar-Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat die Entscheidung der CDU-Bundesspitze zur Verschiebung des Wahlparteitags ins kommende Jahr als verantwortungsvoll begrüßt. Delegierte sollten keinem unnötigen Risiko ausgesetzt werden.

„Ein Präsenzparteitag mit über 1000 Menschen wäre ein verheerendes Signal in der wohl schwierigsten Phase der Pandemie gewesen, in der wir allen abverlangen, ihre Kontakte erheblich zu reduzieren“, erklärte Hans am Montag. Er hatte sich bereits am Wochenende gegen einen Präsenzparteitag ausgesprochen.

Kritik von Merz

Am Vormittag hatte die Parteispitze in Berlin entschieden, den bereits von April auf Anfang Dezember verschobenen Parteitag erneut zu vertagen. Dort sollte entschieden werden, wer Nachfolger von Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer wird. Als Kandidaten treten NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, Ex-Bundesumweltminister Norbert Röttgen und der frühere Bundestags-Fraktionschef Friedrich Merz an.

Merz, der als aussichtsreichster Kandidat gilt, kritisierte die erneute Verschiebung als „Entscheidung gegen die CDU-Basis“. Zuvor hatte er im ARD-Morgenmagazin bereits gesagt, es gebe „Teile des Parteiestablishments“, die verhindern wollten, „dass ich Parteivorsitzender werde. Und damit wird jetzt auch dieser Parteitag verbunden.“ Röttgen hingegen äußerte Verständnis für die Verschiebung.

Hans für digitalen Parteitag als Alternative

Saar-Ministerpräsident Hans sagte, die Entscheidung, wann und in welcher Form der Parteitag stattfinden wird, könne im Dezember oder Januar mit Blick auf den Verlauf der Pandemie getroffen werden.

Für den Fall, dass auch weiterhin kein Präsenzparteitag möglich sei, wünsche er sich, dass die CDU die Zeit nutze, die Weichen zu stellen, um auch einen digitalen Parteitag zu organisieren – idealerweise mit digitaler Abstimmung. „Die Führungsentscheidung kann nicht bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag aufgeschoben werden“, erklärte Hans, der Mitglied des CDU-Präsidiums ist.

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Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 27.10.2020 berichtet.

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