Eine Frau versucht sich vor der Gewalt eines Mannes zu schützen. (Foto: dpa/Maurizio Gambarini)

Hotels und Ferienwohnungen als Schutzräume für Frauen?

  27.03.2020 | 13:35 Uhr

Die Saar-Grünen und die Bundesfrauenministerin Franziska Giffey regen an, Ferienwohnungen oder Hotels für schutzbedürftige Frauen anzumieten. Wegen der Coronapandemie könnte die häusliche Gewalt zunehmen. Gleichzeitig sei mit einem Aufnahmestopp bei Frauenhäusern zu rechnen.

Durch die Corona-Pandemie könnte sich die Situation für Opfer häuslicher Gewalt weiter verschärfen. "Immer mehr Expertinnen und Experten warnen davor, dass durch die eingeschränkte Bewegungsfreiheit die häusliche Gewalt stark zunehmen könnte. Frauen sind dabei ganz besonders gefährdet", sagte Jeanne Dillschneider, stellvertretende Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Saar.

Hinzu komme das Problem, dass die Situation in saarländischen Frauenhäusern derzeit bereits angespannt sei. In den drei Frauenhäusern in Saarbrücken, Neunkirchen und Saarlouis gebe es nur 31 Zimmer für Frauen und ihre Kinder, so die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Regionalverband Saarbrücken, Sandra Steinmetz. Die Frauenhäuser seien immer wieder nahezu ausgelastet oder müssten sogar Frauen abweisen, weil sie bereits vollbelegt wären. Außerdem könne auch ein Aufnahmestopp durch Corona-Infektionen nicht ausgeschlossen werden.

Ministerium soll Ferienwohnungen und Hotels mieten

Die Grünen-Politikerinnen fordern deshalb die saarländische Frauenministerin Monika Bachmann (CDU) auf, neue Notunterkünfte zur Verfügung zu stellen. Dazu könne das Ministerium zum Beispiel Ferienwohnungen oder Hotels anmieten, die während der Coronapandemie ohnehin leer stünden.

Die Bundesfrauenministerin Franziska Giffey (SPD) hat sich ebenfalls bereits dafür ausgesprochen, Hotelzimmer als Schutzräume anzumieten. Derzeit leerstehende Hotels könnten für Frauen, die vor Gewalt fliehen, geöffnet werden, sagte die SPD-Politikerin der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Die Stadt Kassel habe bereits Ferienwohnungen für Frauen in Not angemietet. In Berlin stünden zwei Hotels als Schutzräume zur Verfügung.

Hilfsangebote bei häuslicher Gewalt

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