Medizinisches Personal bereitet eine Spritze mit Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus vor. (Foto: picture alliance/dpa/PA Wire | Owen Humphrey)

Fragen und Antworten zur Corona-Impfung

  08.07.2021 | 19:02 Uhr

Im Saarland kann sich inzwischen jeder Interessierte für einen Corona-Impfung anmelden. Wie kommt man an einen Termin? Wo kann man sich impfen lassen? Wie sieht es mit der Sicherheit aus? Antworten auf die wichtigsten Fragen.


Wie ist die Impfreihenfolge?

Am 7. Juni 2021 ist die Impf-Priorisierung weggefallen. Seitdem können sich alle Saarländer ab 16 Jahren für einen Impftermin angemlden. Eintragen kann man sich auf der Internetseite www.impfen-saarland.de oder telefonisch über die Hotline des Gesundheitsministeriums unter 0681/501-4422. Auch in den teilnehmenden Arztpraxen kann man sich für eine Impfung anmelden.

Ab dem 9. Juli 12.00 Uhr können Impftermine direkt online oder telefonisch gebucht werden. Dabei kann nach Angaben des Gesundheitsministeriums sowohl der Impftermin als auch der Impfstoff und das Impfzentrum ausgewählt werden. Bislang wurden aus allen Impfeinträgen eines Tages unabhängig von ihrer zeitlichen Eingabe, die Termine ausgelost.


Werden auch Kinder geimpft?

Die EU-Kommission hat den Impfstoff von Biontech/Pfizer am 31.05.2021 für 12- bis 15-Jährige freigegeben. Allerdings hat die Stiko in Deutschland keine allgemeine Impfempfehlung für alle Kinder gegeben. Die Impfung wird nur für vorerkrankte Kinder empfohlen. Kinderärzte im Saarland können Kindern nach eigenem Ermessen impfen.


Wer entscheidet, wie viele Impfstoff-Dosen das Saarland bekommt?

Das Saarland hat keine eigenen Liefervereinbarungen mit Herstellern geschlossen. Das übernehmen nach Angaben des Gesundheitsministeriums die EU bzw. der Bund. Die zur Verfügung stehenden Impfstoffe werden nach einem festen Verteilschlüssel unter den Bundesländern aufgeteilt.

Die EU hat bislang mit sechs Unternehmen Liefervereinbarungen geschlossen:

  • Biontech/Pfizer
  • Moderna
  • Astra-Zeneca/Oxford University
  • Sanofi/GSK
  • Janssen / Johnson & Johnson
  • Curevac

Am 21. Dezember hat die EU als ersten Impfstoff den von Biontech und Pfizer zugelassen. Bis Ende Januar haben auch die Impfstoffe von Moderna und AstraZeneca eine EU-Zulassung erhalten. Seit Anfang März ist auch der Impfstoff des US-Pharmakonzerns Johnson & Johnson in der EU zugelassen. Zudem befindet sich der Impfstoff von Curevac aktuell im beschleunigten Prüfverfahren bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMA.

Damit es bei Impfstoffen möglichst nicht zu unnötigen Lieferengpässen kommt, dürfen Transporte mit Impfstoff und Impfzubehör auch an Sonn- und Feiertagen per Lkw im Saarland transportiert werden. Unter Zubehör fallen beispielsweise Kanülen oder Desinfektionsmittel.


Welcher Impfstoff wird bei Erstimpfung mit AstraZeneca verwendet?

Die Stiko hat Anfang Juli ihre Impfempfehlung für die Zweitimpfung nach einer ersten AstraZeneca-Dosis angepasst. Bei der Zweitimpfung sollten die mRNA-Impfstoffe von BioNTech/Pfizer oder Moderna eingesetzt werden.

Im Saarland wird dies nun auch so umgesetzt. Nur wenn die Patienten es ausdrücklich wünschen, erfolgt auch die Zweitimpfung mit AstaZeneca.


Kann man sich den Impfstoff aussuchen?

Ab dem 9. Juli, 12.00 Uhr, kann der Impfstoff bei der Anmeldung zu Coronaimpfung über das Internetportal des Saarlandes selbst ausgewählt werden. Bei einer Impfung über den Betriebsarzt oder den Hausarzt ist das normalerweise ebenfalls möglich.


Wo kann man sich im Saarland impfen lassen?

Im Saarland erfolgt die Impfung in vier speziell dafür aufgebauten Impfzentren sowie durch mobile Teams für Pflegeeinrichtungen und seit April auch in normalen Arztpraxen.

Folgende Impfzentren gibt es:

  • Das saarlandweit größte Impfzentrum auf dem Saarbrücker Messegelände
  • Saarlouis, im ehemaligen Industriekomplex der Firma Braun CarTec
  • Impfzentrum Ost im ehemaligen Praktiker-Baumarkt in Neunkirchen-Sinnerthal
  • Das Impfzentrum der Bundeswehr in Lebach

Seit Anfang April können auch Hausärzte in ihren Praxen Impfungen gegen das Coronavirus durchführen. Welche Ärzte im Saarland Coronaimpfungen anbieten, zeigt die Kassenärztliche Vereinigung unter www.kvsaarland.de/arztsuche.

Mehrere Kommunen und Hilfsorganisationen haben Fahrdienste eingerichtet oder unterstützen bei der Anmeldung. Eine Übersicht über die Hilfsangebote gibt es hier.


Sind Impfungen zuhause möglich?

Über-80-Jährige, die nicht in Heimen leben, aber auch nicht mehr so mobil sind, dass sie zu einem Impfzentrum kommen können, sollen durch die Hausärzte geimpft werden.


Wie funktioniert die Terminvergabe?

Auf der Internetseite www.impfen-saarland.de oder telefonisch über die Hotline des Gesundheitsministeriums unter 0681/501-4422 kann man sich für eine Impfung in einem der großen Impfzentren anmelden. Ab dem 9. Juli, 12.00 Uhr, sollen auch direkte Terminbuchungen möglich sein. Zuvor erfolgte nach einem erfolgreichen Eintrag eine automatisierte Benachrichtigung über die Aufnahme auf die Impfliste per E-Mail, SMS oder Brief. Über den konkreten Impftermin wurde erst später informiert. Die Zweitimpfungen werden jeweils mit eingeplant. Bei der Terminvergabe spielte der Zeitpunkt der Eintragung laut Gesundheitsministerium keine Rolle. Die Termine wurden nach dem Zufallsprinzip und der Priorisierung vergeben – und nicht etwa nach der Reihenfolge.

Betroffene, deren Buchungsprozesse aufgrund technischer Probleme nicht abgeschlossen und der Termin nicht bestätigt werden konnte, können sich telefonisch bei der Hotline unter der 0681 501 4422 oder per E-Mail an info-impfen@soziales.saarland.de wenden.  

Außerdem kann man sich in den teilnehmenden Arztpraxen telefonisch oder persönlich vor Ort für eine Impfung anmelden.


Wie läuft die Impfung ab?

In den saarländischen Impfzentren können täglich mehrere Tausend Menschen geimpft werden. Am Einlass finde zunächst eine Temperaturmessung statt. Dann wird man am Check-in registriert und in einen ersten Wartebereich geführt, von wo aus man in die Impfkabine gebeten wird.

Nach der Impfung geht es in einen zweiten Wartebereich, wo man 15-30 Minuten lang daraufhin überwacht wird, ob sich Reaktionen auf die Impfung zeigen. Wenn nicht, kann man am Check-out das Impfzentrum wieder verlassen.


Welche Unterlagen müssen zur Impfung mitgebracht werden?

Wer zur Impfung in eines der Impfzentren kommt, soll laut Landesregierung seinen Personalausweis, seine Versicherungskarte, seinen Impfpass und seinen Anmeldecode mitbringen. Menschen mit Vorerkrankungen sollen zudem verfügbare Unterlagen wie beispielsweise einen Allergiepass, Dialysepass, Nachsorgepass von einer Organtransplantation oder Nachweis einer bestehenden Chemotherapie mit dabei haben.


Kann mich mein Arbeitgeber zur Impfung verpflichten?

Nein, die aktuelle Corona-Impfverordnung regelt laut Deutschem Gewerkschaftsbund (DGB) nur das Recht auf eine Schutzimpfung. Eine Impfpflicht sehe die Verordnung nicht vor. Der Arbeitgeber könne auch keine Maßnahmen gegen die Mitarbeiter ergreifen, die nicht geimpft sind oder es nicht vorhaben.


Wer sollte sich besser zunächst einmal nicht impfen lassen?

Für Schwangere gibt die Ständige Impfkommission (Stiko) keine generelle Impfempfehlung. Nicht, weil sie etwa ein erhöhtes Risiko befürchtet, sie könne es nur noch nicht ausreichend beurteilen. Die Stiko empfiehlt aber die Corona-Schutzimpfung für Schwangere mit einem "erhöhten Expositionsrisiko aufgrund ihrer Lebensumstände".

Wer akut erkrankt ist und an Fieber über 38,5 Grad leidet, sollte sich erst nach seiner Genesung impfen lassen. Eine einfache Erkältung oder leicht erhöhte Temperatur sei jedoch kein Grund, einen Impftermin zu verschieben, so das RKI.


Ab wann setzt die Wirkung des Impfstoffes ein?

Ein ausreichender Impfschutz setzt laut RKI und dem Deutschen Grünen Kreuz bei den derzeit verfügbaren Impfstoffen sieben bzw. 14 Tage nach der zweiten Impfung ein. Nach bisherigen Studienergebnissen sind 95 Prozent der geimpften Personen vor einer Erkrankung geschützt. Noch nicht bekannt ist, wie lange dieser Schutz anhält und ob ggf. Auffrischungsimpfungen nötig sind.


Werden auch Grenzgänger geimpft?

Ja, unter der Voraussetzung, dass sie in Deutschland krankenversichert sind. Grenzgänger werden laut Gesundheitsministerium in diesen beiden Fällen in saarländischen Impfzentren geimpft:

  • Deutsche Staatsbürger mit Wohnsitz in der französischen Grenzregion, die in Deutschland krankenversichert sind.
  • Französische und luxemburgische Staatsangehörige, die für ein saarländisches Unternehmen arbeiten und in Deutschland krankenversichert sind.



Das Corona-Impf-ABC
Audio [SR 3, Steffani Balle, 01.03.2021, Länge: 02:48 Min.]
Das Corona-Impf-ABC
Das Impfen soll nun endlich in die Gänge kommen, die Kapazitäten an den Impf- Zentren ausgeweitet werden und auch niedergelassene Ärzte werden in einer Pilotphase ins Impfen einbezogen. Was man fürs Impfen wissen solle.


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