Corona-Testzentrum (Foto: picture alliance/dpa | Oliver Dietze)

Was jetzt für die Corona-Bürgertests gilt

  01.07.2022 | 11:34 Uhr

Die kostenlosen Corona-Bürgertests für alle sind abgeschafft. Für bestimmte Gruppen gelten jedoch Ausnahmen. Wer sich weiter kostenlos testen lassen kann, wer drei Euro bezahlen muss und wer mehr, das haben wir in diesem FAQ zusammengestellt.

Überblick:

Für Corona-Bürgertests gelten seit 30.06.2022 neue Regeln. Die aktuellen Bestimmungen für das Saarland finden sie auch auf: saarland.de/testzentrum.  



Kassenärzte lehnen Abrechnung von Corona-Bürgertests ab
Audio [SR 3, Steffani Balle, 01.07.2022, Länge: 02:40 Min.]
Kassenärzte lehnen Abrechnung von Corona-Bürgertests ab

1. Für wen sind die Tests kostenlos?

Einen Anspruch auf kostenlose Bürgertests haben:

  • Kinder unter 5 Jahren, also bis zu ihrem fünften Geburtstag
  • Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, unter anderem Schwangere im ersten Trimester
  • Personen, die zum Zeitpunkt der Testung an klinischen Studien zur Wirksamkeit von Impfstoffen gegen das Coronavirus teilnehmen
  • Leistungsberechtigte, die im Rahmen eines Persönlichen Budgets nach dem § 29 SGB IX Personen beschäftigen, sowie Personen, die bei Leistungsberechtigten im Rahmen eines Persönlichen Budgets beschäftigt sind.
  • Besucher und Behandelte oder Bewohner in unter anderem folgenden Einrichtungen: Krankenhäuser, Rehabilitationseinrichtungen, stationäre Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, Einrichtungen für ambulante Operationen, Dialysezentren, ambulante Pflege, ambulante Dienste oder stationäre Einrichtung der Eingliederungshilfe, Tageskliniken, Entbindungseinrichtungen, ambulante Hospizdienste und Palliativversorgung, Pflegende Angehörige, Haushaltsangehörige von nachweislich infizierten Personen

2. Wie weise ich nach, dass ich Anspruch auf einen kostenlosen Test habe?

  • Bei Kleinkindern: Geburtsurkunde oder der Kinderreisepass
  • Bei Schwangeren im ersten Schwangerschaftsdrittel: Mutterpass
  • Wer aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden kann, muss ein ärztliches Zeugnis im Original über die medizinische Kontraindikation vorlegen.
  • Teilnehmende an Impfwirksamkeitsstudien können sich von den Verantwortlichen der Studien einen Teilnahme-Nachweis ausstellen lassen und diesen vorlegen.
  • Haushaltsangehörige von Infizierten legen deren PCR-Test vor und zudem einen Nachweis für die übereinstimmende Wohnanschrift.
  • Bei Besuchen in Pflegeheimen oder Krankenhäusern oder anderen oben genannten Einrichtungen kann ein kostenloser Test vor Ort gemacht werden oder der Besuch wird der Teststelle gegenüber glaubhaft gemacht. Im Rahmen der neuen Testverordnung werden hierzu keine konkreten Vorgaben hinsichtlich der Form der Glaubhaftmachung gemacht. Insoweit kann beispielhaft das auf der Internetseite des BMG eingestellte Muster nach Bestätigung durch das Pflegeheim oder ggf. andere oben genannte Einrichtung zur Vorlage bei der Teststelle genutzt werden.
  • Pflegende Angehörige müssen glaubhaft machen, dass sie einen pflegebedürftigen Angehörigen pflegen.
  • Auch Leistungsberechtigte im Rahmen eines Persönlichen Budgets und bei ihnen beschäftigte Personen müssen diesen Umstand glaubhaft machen.
  • Eine leistungsberechtigte Person nach § 29 SGB IX kann dies regelhaft durch einen entsprechenden Bescheid nachweisen.

3. Wer muss eine Eigenbeteiligung von drei Euro zahlen?

Mit drei Euro pro Test beteiligen müssen sich:

  • Personen, die am Tag der Testung eine Veranstaltung in Innenräumen besuchen wollen
  • Personen, die durch die Corona-Warn-App einen Hinweis auf ein erhöhtes Risiko erhalten haben („rote Kachel“)
  • Personen, die am Tag der Testung Kontakt zu Personen haben werden, die ein hohes Risiko haben, schwer an Covid-19 zu erkranken (Das sind Menschen ab 60 Jahren, Menschen mit Behinderung, Menschen mit Vorerkrankungen)

4. Wie weise ich nach, dass ich Anspruch auf einen Drei-Euro-Bürgertest habe?

Auch Personen, die einen Drei-Euro-Test beanspruchen möchten, müsse den Anspruch nachweisen zu können. Das geht nach Angaben des Gesundheitsministeriums z.B. mit der Eintrittskarte für eine Veranstaltung, dem Vorzeigen der Corona-Warn-App oder bei Kontakten mit Risikopatienten einer Selbstauskunft, die auf einem Formblatt bzw. im Rahmen eines digitalen Registrierungsvorgangs festgehalten wird.

Das Muster-Formblatt zur Selbstauskunft kann auf der Homepage Saarland.de heruntergeladen werden.

5. Kann man sich auch ohne Grund testen lassen und was kostet das?

Das Gesundheitsministerium rät von anlasslosen Tests ab. Begründung: Sie könnten dazu beigetragen, dass Labore überlastet werden und die Statistik verfälscht wird. Wenn man keinen Grund für einen kostenlosen oder Drei-Euro-Bürgertest hat und dennoch getestet werden möchte, sei das weiterhin möglich, müsse aber selbst bezahlt werden.

Die Preise sind allerdings nicht einheitlich gesetzlich festgelegt, so die Apothekerkammer. Jeder Anbieter könne den Preis selbst festlegen. Einzelne Teststationen bieten den Test für rund 9,50 Euro an.

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