Ein siebenjähriges Mädchen bekommt nach der Corona Schutzimpfung ein Pflaster auf den Arm (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild/Robert Michael)

Jedes neunte Kind im Saarland gegen Corona geimpft

Thomas Braun   13.01.2022 | 10:52 Uhr

Im Saarland haben knapp elf Prozent der jüngeren Kinder ihre erste Corona-Schutzimpfung erhalten - und damit weniger als im Bundesschnitt. Nach wie vor gibt es keine allgemeine Impfempfehlung der Stiko. Neue Daten nach 8,6 Millionen Kinder-Impfungen in den USA zeigen aber, dass nur äußerst selten Nebenwirkungen gemeldet werden.

Vier Wochen nach dem Start der Kinder-Impfungen in den saarländischen Impfzentren sind laut Robert-Koch-Institut knapp 6000 Fünf- bis Elfjährige im Saarland gegen Corona geimpft. Das entspricht einem Anteil von 10,7 Prozent an allen Kindern in dieser Altersgruppe - und damit nach wie vor eine der niedrigsten Raten bundesweit.

Bundesweit liegt der Schnitt bei zwölf Prozent, wobei es zwischen den einzelnen Bundesländern erhebliche Unterschiede gibt. Die Spannbreite reicht von 17,3 Prozent in Berlin bis 3,7 Prozent in Sachsen-Anhalt.

Bislang 632.000 Kinder-Impfungen bundesweit

Insgesamt haben bislang laut Robert-Koch-Institut knapp 632.000 Kinder ihre erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Die tatsächlichen Zahlen könnten etwas höher liegen, da in den RKI-Daten zum Beispiel Impfungen, die Ärzte "off-label" - als ohne offizielle Zulassung - durchgeführt haben, dort nicht erfasst sind.

Impfempfehlung nur für Kinder mit Vorerkrankung

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Impfung derzeit nur für Kinder mit Vorerkrankung oder in deren Umfeld Kontaktpersonen mit einem hohen Risiko für einen schweren Verlauf leben. Aber auch andere Kinder können auf Wunsch der Eltern und nach ärztlicher Aufklärung geimpft werden.

Dass es noch keine allgemeine Empfehlung für Kinder gibt, begründet die Stiko mit dem niedrigen Risiko für schwere Covid-Verläufe bei Kindern auf der einen Seite und den bislang unzureichenden Daten zu möglichen seltenen Impf-Nebenwirkungen auf der anderen Seite.

Neue US-Daten zeigen kaum ernste Nebenwirkungen

Vor einer Woche hat die US-Gesundheitsbehörde CDC neue Daten zu den Impfungen bei den Fünf- bis Elfjährigen veröffentlicht, nun auch mit Angaben zu den Zweitimpfungen. Insgesamt wurden in dieser Altersgruppe bei insgesamt 8,6 Millionen verabreichten Impfdosen zwölf Fälle einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) gemeldet, die meisten davon nach der zweiten Dosis. Acht Fälle waren zum Zeitpunkt der Meldung bereits wieder ausgeheilt, keines der Kinder musste deshalb im Krankenhaus behandelt werden.

Das Risiko, dass diese Nebenwirkung überhaupt auftritt, lag bei Jungen bei 4,3 Fällen pro einer Million Zweitimpfungen, bei Mädchen bei zwei Fällen pro einer Million.

Insgesamt wurden bei den 8,6 Millionen Impfungen 4249 "unerwünschte Ereignisse" gemeldet. 98 Prozent davon waren aber nicht schwerwiegend, etwa Probleme bei der Vorbereitung der Impfutensilien, eine falsche Dosierung oder Kopfschmerzen und Erbrechen.

Zahlreiche freie Termine in Impfzentren

In den saarländischen Impzentren gibt es derzeit noch hunderte freie Impftermine, in Saarbrücken und Neunkirchen sogar noch kurzfristig für den Tag der Anmeldung. Sie können online gebucht werden unter www.impfen-saarland.de.

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