Technische Anlage des Elektrolyseurs einer Produktionsanlage für Wasserstoff. (Foto: picture alliance/dpa | Hauke-Christian Dittrich)

Noch viele Unklarheiten beim Thema Wasserstoff

Peter Sauer / Onlinefassung: Thomas Braun   28.04.2021 | 15:08 Uhr

Wasserstoff ist für viele Experten einer der entscheidenden Bausteine für eine klimaneutrale Zukunft. Das Saarland will von der zukunftsträchtigen Technologie profitieren und Wasserstoff-Modellregion werden. Elementarer Bestandteil soll eine Wasserstoff-Produktionsanlage im Kraftwerk Völklingen Fenne werden. Der Start dort wird sich aber deutlich verschieben.

Es gibt erste kleine sichtbare Erfolge beim Thema Wasserstoff: So ist im Saarland seit kurzem eines der ersten Brennstoffzellen-Fahrschul-Autos weltweit unterwegs. Und vor einem Monat hat in Saarbrücken-Gersweiler die erste Wasserstoff-Tankstelle aufgemacht.

Video [aktueller bericht, 28.04.2021, Länge: 4:24 Min.]
Zwischenbilanz zur Wasserstoff-Modell-Region Saarland

Mit verschiedenen Unternehmen erarbeitet das Wirtschaftsministerium gerade konkrete Umsetzungsprojekte – das große Ziel: Wasserstoff-Modellregion zu werden. Vier Anträge seien beim Bundeswirtschaftsministerium eingereicht worden, sagte Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) am Mittwoch.

Elektrolyseur kann frühestens 2026 ans Netz

Ein Eckpfeiler der vom Bund geförderten Modellregion soll das HydroHub im Kraftwerk Völklingen Fenne werden. Steag will hier einen Elektrolyseur bauen - zur Produktion von grünem Wasserstoff, also hergestellt mit erneuerbaren Energien. Ursprünglich sollte der 2023 ans Netz gehen. Laut Steag wird das aber frühestens 2026 passieren.

Vorher muss nämlich eine Wasserstoff-Leitung zwischen Bouzonville und dem Stahlwerk in Dillingen gebaut werden. Nach Angaben von Steag kann das Unternehmen die Anlage zur Wasserstoff-Produktion ohne die neue Leitung zum Stahlwerk nicht wirtschaftlich nachhaltig nutzen.

Noch viele Unklarheiten bei Rahmenbedingungen

Darüber hinaus gebe es weiter viele Unklarheiten, die von der Bundesregierung schnell geklärt werden müssten. Philipp Brammen, der Steag-Projektleiter des Elektrolyseurs, sagte dem SR, nach wie vor sei nicht klar ob und in welchem Umfang die Produktion von grünem Wasserstoff, der mit erneuerbaren Energien hergestellt ist, von Umlagen befreit werde. Zudem sei immer noch nicht geregelt, welche Art der Förderung der Betriebsmittelkosten möglich ist und ganz grundsätzlich habe die Bundesregierung nach wie vor den Begriff „grünen Wasserstoff“ noch nicht definiert.

Der Elektrolyseur im Kraftwerk Völklingen Fenne soll nach Angaben von Steag pro Jahr rund 6000 Tonnen grünen Wasserstoff pro Jahr herstellen können. Damit könnte die komplette Saarbahn-Busflotte auf Wasserstoff-Antriebe umgestellt und zusätzlich auch noch die Stahlproduktion versorgt werden.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 28.04.2021 berichtet.

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