Produktion des Automobilzulieferers Eberspächer in Neunkirchen (Foto: Karin Mayer/SR)

Eberspächer baut weniger Stellen ab als befürchtet

Axel Wagner / Mit Informationen von Julia Berdin und Karin Mayer   12.02.2019 | 18:32 Uhr

Der Stellenabbau beim Automobilzulieferer Eberspächer in Neunkirchen wird nicht so dramatisch ausfallen wie zunächst angekündigt. 202 Mitarbeiter müssen in den kommenden zwei Jahren aber trotzdem gehen.

Video [aktueller bericht, 12.02.2019, Länge: 3:01 Min.]
Personalabbau bei Eberspächer niedriger als befürchtet

Ursprünglich sollte von den insgesamt knapp 1000 Stellen in der Produktion die Hälfte wegfallen. Diese Zahl konnte schließlich reduziert werden, worüber die Beschäftigten am Dienstag bei einer Mitarbeiterversammlung im Sportzentrum Homburg-Erbach informiert wurden.

Bis Ende 2020 sollen nun betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen werden. Das sei ein harter Einschnitt für das Werk, sagte Jörg Caspar von der IG Metall Neunkirchen. Um den Standort zu sichern, wurde auch ein Ergänzungstarifvertrag geschlossen. Demnach verzichtet die Belegschaft auf Teile des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes. Tariferhöhungen werden bis 2025 erst ein Jahr später gezahlt.

Das Unternehmen spricht von mindestens 650 Jobs in der Produktion für die kommenden sechs Jahre, die erhalten bleiben sollen. Weitere 350 Beschäftigte arbeiten im Prototypenbau und in der Verwaltung. Dafür werden auch Produkte aus anderen Standorten und Zukunftsprojekte ins Saarland verlagert.

Verluste in Millionenhöhe

Dass sich das Werk neu aufstellen muss, war schon lange abzusehen. Der Gesamt-Konzern hat mit seinen mehr als 80 Standorten weltweit zwar steigende Umsätze zu verzeichnen. Doch das Werk in Neunkirchen, in dem Abgassysteme unter anderem für Audi, BMW und VW gefertigt werden, streicht seit Jahren Verluste in Millionenhöhe ein – nicht zuletzt auch wegen der Dieselkrise.

Zumindest  für die kommenden 24 Monate scheint geklärt, wo die Reise in Neunkirchen hingeht. Was danach kommt, hängt wohl davon ab, ob die geplanten Veränderungen tatsächlich zum Erfolg führen.

Über dieses Thema berichtet auch der „aktuelle bericht“ des SR Fernsehen am 12.02.2019.