Schule in Corona-Zeiten (Foto: Pixabay/Alexandra_Koch)

Diskussion um Maskenpflicht im Klassenzimmer

mit Informationen von Widu Wittekind   13.08.2020 | 07:27 Uhr

Kurz vor Beginn des neuen Schuljahrs wird im Saarland weiter über eine Maskenpflicht in den Schulen diskutiert. Die Landesschülervertretung fordert den Einsatz des Mund-Nasen-Schutzes auch im Unterricht. Der Saarländische Lehrerinnen- und Lehrerverband sieht das skeptisch.

Landesschülersprecher Lennart-Elias Seimetz beruft sich im SR-Interview auf die Empfehlungen der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. Die empfiehlt den Einsatz von Masken auch im Unterricht ab der 5. Klasse, wenn Mindestabstände nicht eingehalten werden können. Seimetz verweist darauf, dass in den Klassen 30 oder mehr Schüler über Stunden Zeit miteinander verbringen. Er setzt darauf, dass Schüler auch freiwillig im Unterricht Masken tragen werden.

Landeselterninitiative unterstützt Forderung

Die geplante Trennung von Gruppen in den Schulen, um bei Infektionsausbrüchen komplette Schulschließungen zu verhindern, sieht er skeptisch. Schließlich würden die Schüler und Schülerinnen ja auch gemeinsam mit Bus und Bahn anreisen.

Auch die Landeselterninitiative für Bildung hatte sich bereits für eine Maskenpflicht im Unterricht ausgesprochen. Hintergrund sind die räumlichen Verhältnisse an den Schulen im Saarland, die das Einhalten des Mindestabstands mit den derzeitigen Klassenstärken in fast allen Klassen nicht möglich machen. Zudem sollte darüber diskutiert werden, ob Visiere zugelassen werden könnten.

Gesamtelternvertretung für individuelle Prüfung

Im Saarland ist eine Maskenpflicht im Unterricht nicht vorgesehen. Und wie sehen das die Eltern? Dazu im SR-Interview: Katja Oltmanns, die Vorsitzende der Landeselternvertretung der Gymnasien im Saarland.

Die Gesamtlandeselternvertretung (GLEV) zeigte sich verwundert über die Maskenpflicht-Forderung der Landeselterninitiative für Bildung, da laut GLEV die Mehrheit der Eltern gegen eine Maskenpflicht sei. "Die Gründe für eine Maskenpflicht sind ebenso vielfältig, wie die Gründe gegen eine Maskenpflicht. Unserer Ansicht nach muss vor Ort geprüft und entschieden werden, wie der Hygieneplan des Ministeriums am besten umgesetzt werden kann. Dazu sind alle an Schule beteiligten Gruppen aufgerufen", sagt Jochen Schumacher, GLEV-Vorsitzender der Gemeinschaftsschulen.

Kritik vom Lehrerverband

Die Landesvorsitzende des Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands, Lisa Brausch, hält Masken im Unterricht für problematisch. Einerseits wegen der gesundheitlichen Belastung bei hohen Temperaturen, andererseits wegen eines pädagogischen Aspekts: Die Interaktion werde wegen fehlender Mimik schwieriger. Trotzdem sieht sie bei ihren Kolleginnen und Kollegen große Sorge, sich zu infizieren. Sie fordert in einem solchen Fall umfangreiche Maßnahmen bis zu Schulschließungen.

Masken auf Gängen und Pausenverkauf

Der Virologe Jürgen Rissland von der Uni-Klinik Homburg sagte im SR, eine Maskenpflicht im Unterricht sei beim jetzigen Stand der Infektionen nicht erforderlich. Das könne sich bei einem weiteren Anstieg der Zahlen ändern.

Derzeit ist im Saarland keine Maskenpflicht während des Unterrichts vorgesehen. Das hat Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) beim Sommergespräch in der Staatskanzlei bekräftigt. Allerdings müssen in der Schule Masken getragen werden, so Bachmann. Denn laut dem Musterhygieneplan von Anfang Juli müssen Masken auf den Fluren, Gängen und beim Pausenverkauf getragen werden.

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