Windrad  (Foto: picture alliance / imageBROKER | Wolfgang Weinhäupl)

Windkraft erhitzt die Gemüter im Landtag

Carolin Dylla   15.09.2021 | 15:33 Uhr

In einer rhetorisch zum Teil scharfen Debatte über Windkraft im Saarland hat sich keine der im Landtag vertretenen Fraktionen deutlich zu deren Ausbau bekannt. Die Linksfraktion und die AfD hatten jeweils Anträge eingebracht, die fordern, den Ausbau von Windkraft-Anlagen im Wald bzw. generell zu stoppen.

AfD-Fraktionsvize Rudolf Müller warf vermeintlichen „subventionierten Windkraftprofiteuren“ vor, die Landschaft zu zerstören. Müllers Unterstellung, der Windkraftausbau werde von „grünverblödeten“ Menschen vorangetrieben, gab Landtags-Vizepräsident Günter Heinrich Anlass für einen Ordnungsruf.

Die Kritik des fraktionslosen AfD-Politikers Lutz Hecker: weitaus sachlicher. Hecker wies darauf hin, dass Windkraft nicht regelmäßig und stabil Strom liefere. Was dazu führe, dass Ersatzkapazitäten geschaffen beziehungsweise Strom zugekauft werden müsse. Das sei klimapolitisch nicht sinnvoll und führe zu höheren Strompreisen, so Hecker.

CDU-Fraktion spricht sich nicht für Ausbau aus

Die Linke hatte sich in einem Antrag gegen den Bau von Windkraftanlagen im Wald ausgesprochen. Der Linken-Abgeordnete Ralf Georgi nannte es einen „schlechten Witz“, dass mit dem Argument des Klimaschutzes der Wald zerstört werde.

Der CDU-Politiker Stefan Thielen griff zwar in seiner Rede die AfD scharf an – sprach sich aber nicht dafür aus, den Windkraftausbau voranzutreiben. Thielen verwies auf eine Studie, laut der es im Saarland insgesamt nur geringe Potentiale für den Ausbau erneuerbarer Energien gebe. Für den Klimaschutz sei es sinnvoller, sich auf die CO2-Reduktion in der Stahlindustrie zu konzentrieren.

Magnus Jung von der SPD warf AfD und Linken vor, Realitäten zu ignorieren und den Klimawandel kleinzureden. Er argumentierte vor allem in Richtung Georgi, dass vor allem der Klimawandel den Wald zerstöre.

Energiefahrplan für das Saarland

Vergangene Woche hatte Wirtschaftsminister Anke Rehlinger (SPD) einen Energiefahrplan für das Saarland vorgestellt. Er sieht vor, den Anteil des Strombedarfs aus Erneuerbaren Energien bis 2030 zu verdoppeln - von 20 auf 40 Prozent. Um diese Ziele zu erreichen, müssen nach Angaben des Wirtschaftsministeriums im Saarland die potenziellen Flächen für Windkraftanlagen verdoppelt werden, um eine tatsächliche Bebauung von zwei Prozent der Landesfläche zu ermöglichen.

Verpflichtend ist der Energiefahrplan allerdings nicht. Die Maßnahmen sind bisher nur Empfehlungen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 15.09.2021 berichtet.

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