Bildmontage: Symbolhaftes Teströrchen mit der Aufschrift Covid-19 positiv hinter einer Saarlandkarte (Foto: picture alliance/Weber/Eibner-Pressefoto, SR)

Mehr Infektionen trotz Feiertagseffekt

  06.04.2021 | 15:58 Uhr

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen ist im Saarland in der vergangenen Woche gestiegen. Und das, obwohl gerade über Ostern deutlich weniger getestet wurde. Viele neue Fälle gab es erneut bei den Jüngsten.

In der Osterwoche wurden im größten saarländischen Labor, Bioscientia in St. Ingbert, rund 22 Prozent weniger PCR-Tests ausgewertet als in der Woche davor - ein Rückgang von 12.678 in Kalenderwoche 12 auf 9845 in Kalenderwoche 13. Trotz weniger Tests fand das Labor mehr positive Corona-Fälle: 839 im Vergleich zu 692. Damit stieg die Positivrate von 5,46 auf 8,52.

Ein besonders ergiebiger Tag war der Karsamstag. Mehr als 20 Prozent der an diesem Tag analysierten Tests waren positiv. Dafür gab es an Karfreitag einen Einbruch bei der Zahl der Auswertungen: Es waren nur 237 (gegenüber 1544 am Freitag der Vorwoche).

Feiertagseffekt auf Statistik

Dass um Feiertage herum weniger Tests ausgewertet werden können, ist nicht außergewöhnlich. In der feiertagsreichen Weihnachtszeit hatte das dafür gesorgt, dass die Inzidenzkurve bis Anfang des Jahres steil abfiel, um danach wieder deutlich anzusteigen.

Derart stark wird der Oster-Effekt wohl nicht ausfallen. Zum einen sind es nur zwei Feiertage, die sich auf die Statistik auswirken. Zum anderen könnte das Vorhandensein von Schnelltests dafür sorgen, dass durch eine gewisse Vorauswahl Infektionen besser entdeckt werden. Jedenfalls wurde bei den 2013 Tests an den vier Tagen des Osterwochenendes mit 12,71 eine hohe Positivrate ermittelt (gegenüber einer Rate von 7,42 bei 5067 Tests an den vier Vorwochentagen).

Video [aktueller bericht, 06.04.2021, Länge: 3:26 Min.]
Statistikexperte Thomas Braun zu den aktuellen Coronazahlen

Höchstwert bei unter 10-Jährigen

Bei den Altersgruppen wurde in der Woche vom 29.03. bis zum 04.04 bei den unter 10-Jährigen mit 132 Fällen erneut ein Höchstwert verbucht. Für den Landkreis Saarlouis wurde zudem bei den 0-4-Jährigen ein Inzidenzwert von 333,91 verzeichnet. Bei den 26 Fälle, denen das entspricht, habe es sich um ein diffuses Geschehen gehandelt, einen zentralen Ausbruch habe es nicht gegeben, sagte eine Sprecherin des Kreises. Deshalb und weil kurze Zeit später durchgeführte Zweittests negativ waren, seien keine größeren Quarantänemaßnahmen nötig gewesen.

Einen deutlichen Anstieg der Fallzahlen gab es auch bei den 20-29-Jährigen. Weniger Fälle als in der Vorwoche wurden hingegen bei den Menschen zwischen 10 und 19 und bei denen über 70 Jahren verzeichnet.

Todesfälle im Zusammenhang mit Corona gab es in der Osterwoche vier. Das ist der niedrigste Wochenwert seit Mitte Oktober.

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