Eine Frau tropft in einem Corona-Testcenter eine Probe auf einen Antigen-Schnelltest. (Foto: Sven Hoppe/dpa)

Saarland stellt neue Test- und Impfstrategie vor

Mit Informationen von Bettina Rau und Steffani Balle   19.11.2020 | 17:08 Uhr

Das Saarland bereitet sich darauf vor, schon Mitte Dezember eine Impfung gegen Covid19 anbieten zu können. Dafür sollen zunächst drei Impfzentren eingerichtet werden, sagte Gesundheitsstaatssekretär Stephan Kolling (CDU) am Donnerstag. Auch eine neue Teststrategie ist geplant.

Eine Million Antigen-Schnelltests hat die saarländische Landesregierung bestellt. Diese sind nach den Worten von Staatssekretär Kollings auch bereits eingetroffen, 60.000 wurden bereits zur Verfügung gestellt. "Die Schnelltests sollen zum Schutz der vulnerablen Gruppe und zur präventiven Testung vor allem in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen sowie Einrichtungen der Eingliederungshilfe eingesetzt werden", erklärte Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU). Aber auch in den Testzentren und in Bildungseinrichtungen könnten die Antigen-Schnelltests genutzt werden. Nach welchem Plan die Tests im Detail zum Einsatz kommen sollen und wie rechtssicher sie sind, ist noch nicht bekannt.

Impfstrategie und Corona-Schnelltests für das Saarland (19.11.2020)
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 19.11.2020, Länge: 02:36 Min.]
Impfstrategie und Corona-Schnelltests für das Saarland (19.11.2020)

Studie bescheinigt Zuverlässigkeit

Antigentests

Im Unterschied zu PCR- oder Antikörpertests weisen diese Antigentests Proteinfragmente des Coronavirus nach, nicht das Virus-Erbmaterial. Sie sind günstig herzustellen und liefern schon nach rund 30 Minuten ein Ergebnis. Tests diverser Hersteller sind inzwischen in Deutschland zugelassen.

Ein Forscherteam um den Virologen Christian Drosten hat vor einigen Tagen den Antigen-Tests in einer neuen Studie eine hohe Zuverlässigkeit bescheinigt. Allerdings sei das PCR-Verfahren grundsätzlich besser geeignet. Das positive Ergebnis eines Antigentests könnte also durch einen anschließenden PCR-Test validiert werden. Im Saarland sieht man die Schnelltests dennoch skeptisch. Der Hausärzteverband sieht ein Problem darin, dass die Zuverlässigkeit der Schnelltests nicht in ausreichendem Maß gewährleistet sei.

Drei Impfzentren

Die geplanten Impfzentren sollen in Saarbrücken, Saarlouis und im Kreis Neunkirchen an den Start gehen. Nach den Worten Kollings sollen zunächst sehr vulnerable Personen geimpft werden, außerdem Beschäftigte in Gesundheitsberufen, der Alten- und Krankenpflege und in Betreuungseinrichtungen. Hinzu kommen Polizisten, Feuerwehrleute, Rettungsdienstmitarbeiter, aber auch Lehrer und Erzieher.

Die entsprechenden Empfehlungen dafür hat der Ethikrat erarbeitet. „Danach kann jeder geimpft werden, der sich anmeldet und dies freiwillig tun möchte“, so Kolling. Eine Impfflicht gibt es nicht.

Vorerst 140.000 Dosen

Corona-Impfung: Wie sieht die Strategie im Saarland aus?
Audio [SR 3, Studiogespräch: Simin Sadeghi / Steffani Balle, 19.11.2020, Länge: 03:32 Min.]
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Bestellt sind nach heutigem Stand 140.000 Dosen des Impfstoffs der Firmen Biontech und Pfizer. Dieser muss zweimal gegeben werden, sodass diese Menge für 70.000 Menschen im Saarland reicht. Für die Verabreichung hat die Landesregierung bereits 1,5 Millionen Spritzen und Kanülen beschafft, außerdem Schutzkleidung und Desinfektionsmaterial.

Wie hoch die Impfbereitschaft bei den Saarländern ist, bleibt unklar. Bundesweit liegt sie Erhebungen zufolge bei rund 70 Prozent.

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