Bildmontage: Saarlandkarte vor einer Laborangestellten mit Teströhrchen in der Hand (Foto: picture alliance/Eibner-Pressefoto | Weber/Eibner-Pressefoto)

Coronalage trotz sinkender Zahlen weiter angespannt

Thomas Braun   18.10.2022 | 17:38 Uhr

Nach einem starken Anstieg der Corona-Fallzahlen seit Mitte September sind die Zahlen zuletzt gesunken - befinden sich aber weiter auf hohem Niveau. Besonders betroffen waren zuletzt Erwachsene zwischen 50 und 65 Jahren. Zwischen den Kommunen gibt es teils deutliche Unterschiede.

13.274 neue, durch einen PCR-Test bestätigte Coronafälle verzeichnete das Robert-Koch-Institut (RKI) in der vergangenen Woche im Saarland. Das waren rund sieben Prozent mehr als in der Vorwoche - nach einem Peak Mitte der Woche geht die Inzidenz seit mehreren Tagen aber wieder deutlich zurück.

Höchste Fallzahlen zwischen 50 und 65 Jahren

Betroffen von der aktuellen Welle sind vor allem Erwachsene - insbesondere im Alter zwischen 50 und 65 Jahren. Der Anteil der Neuinfektionen bei Kindern und Jugendlichen an allen Fällen lag in der vergangenen Woche nur bei knapp sieben Prozent und damit deutlich unter dem Wert früherer Corona-Wellen.

Große Unterschiede zwischen den Kommunen

Zwischen den einzelnen Städten und Gemeinden im Saarland gab es deutliche Unterschiede bei den Inzidenzwerten. Während Überherrn und Saarlouis beispielsweise nur knapp unter der 2000-Grenze lagen, waren die Werte in Lebach und Saarbrücken nicht einmal halb so hoch.

Die Meldezahlen weisen allerdings eine gewisse Unsicherheit auf. Experten gehen schon seit längerem davon aus, dass nicht mehr jede infizierte Person, insbesondere bei milden Symptomen, sich auch testen lässt. In die Statistik fließen allerdings nur die Fälle ein, die mittels PCR-Test bestätigt wurden.

So viele Corona-Patienten wie noch nie

In den Kliniken hingegen finden noch routinemäßig Testungen auf das Coronvirus statt. Und dort wurden zuletzt so viele Patienten positiv getestet wie noch nie seit Beginn der Corona-Pandemie. Zwar ist bei einem großen Teil der Patienten die Corona-Infektion nur ein Nebenbefund - für das medizinische Personal bedeutet es trotzdem einen deutlich größeren Versorgungsaufwand.

Erste Einschränkungen durch Personalausfälle

Und selbst, wenn viele Infektionen mittlerweile milde verlaufen, die schiere Anzahl an neuen Fällen hat in einigen Bereichen in den vergangenen Tagen bereits zu Einschränkungen geführt. Der Klinikträger Marienhaus hatte beispielsweise für zwei Standorte einen vorübergehenden Besucherstopp eingeführt, weil neben vielen Patienten auch viel Personal erkrankt war.

Vereinzelt mussten auch Schulklassen schon wieder von zuhause unterrichtet werden, weil zu viele Lehrkräfte ausfielen. Zugverbindungen mussten wegen eines hohen Krankenstandes gestrichen werden, ebenso kam es bei der Postzustellung zu Verzögerungen.

Nachfrage nach zweiter Booster-Impfung leicht gestiegen

Von einer Verschärfung der Corona-Regeln hat die Landesregierung bislang abgesehen, aber eindringlich an die Saarländerinnen und Saarländer appelliert, ihre Kontakte zu reduzieren, in Innenräumen wieder Masken zu tragen und zudem das Impfangebot zu nutzen. Am Dienstag hat Regierungssprecher Julian Lang noch einmal betont, dass die Lage trotz der sinkenden Fallzahlen weiterhin nicht entspannt sei.

Seit der auf die aktuellen Virus-Varianten angepasste Impfstoff verfügbar ist, hat die Impfnachfrage auch wieder etwas angezogen - allerdings auf niedrigem Niveau. 8200 Menschen im Saarland haben in der vergangenen Woche ihre zweite Booster-Impfung erhalten. Erstmals gegen das Coronavirus geimpft wurden nur 42 Personen.

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