General Eberhard Zorn, Generalinspekteur der Bundeswehr (Foto: picture alliance/Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa)

„Die Zusammenarbeit läuft gut und vertrauensvoll“

Linda Grotholt / mit Informationen von Gerd Heger   08.11.2019 | 16:18 Uhr

Entgegen der Kritik von Frankreichs Präsident Macron an der NATO sieht Deutschlands oberster Soldat, Generalinspekteur Eberhard Zorn, weiterhin eine gute militärische Zusammenarbeit im Bündnis. Macron hatte die NATO zuvor als „hirntot“ bezeichnet.

„Ich erkenne unverändert, dass die USA hohes Interesse haben an der Sicherheit im Bündnis und an der Sicherheit in Europa, insofern kann ich militärisch keine Klage führen“, sagt der Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn, im SR-Interview. Auf militärischer Ebene laufe die Zusammenarbeit „gut und vertrauensvoll“. Man komme gut voran und es gebe keinen Entscheidungsstau. „Ich kann nur sagen, die NATO hat in der zurückliegenden Zeit immer sehr schnell Entscheidungen getroffen“, so Zorn. „Die Wahrnehmung, die wir jetzt aus der politischen Ebene teilweise haben, die lasse ich erst mal so stehen.“ Der Saarländer an der Führungsspitze der Bundeswehr reagiert damit auf eine Einschätzung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Dieser hatte der NATO einen „Hirntod“ attestiert.

Video [aktueller bericht, 08.11.2019, Länge: 3:29 Min.]
Generalinspekteur Zorn im Saarland

Frankreichs Präsident bezog sich dabei vor allem auf die Geschehnisse in Syrien: Dort hätten zwei NATO-Mitglieder, die USA und die Türkei, zuletzt ohne jede Absprache mit ihren Partnern gehandelt, obwohl deren Interessen auf dem Spiel stünden. Die Türkei zeige ein „unkoordiniertes, aggressives“ Vorgehen. Damit spielte er auf die türkische Militäroffensive gegen die Kurden in Nordsyrien an.

Zorn für nationalen Sicherheitsrat

Bundeswehr-Generalinspekteur Eberhard Zorn im Interview
Audio [SR 3, Interview: Gerd Heger/Eberhard Zorn, 08.11.2019, Länge: 06:30 Min.]
Bundeswehr-Generalinspekteur Eberhard Zorn im Interview

Zorn sprach sich im SR-Interview zudem für die Schaffung eines nationalen Sicherheitsrates aus, wie ihn Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) gefordert hatte. „Ich persönlich hielte es für eine durchaus gute Gelegenheit, insgesamt das Thema Sicherheits- und Verteidigungspolitik stärker in das Bewusstsein der Bevölkerung zu bringen“, sagte der Generalinspekteur der Bundeswehr. Man könne den Bürgern so erklären, wofür genau die Haushaltsgelder bei der Bundeswehr verwendet werden. „Der Bürger hat ein Recht darauf zu hören, wohin das Geld geht, und das ist für mich eine gute Gelegenheit, das im politisch-parlamentarischen Raum über solche Gremien auch zu diskutieren.“

Die neue Verteidigungsministerin kommt laut Zorn bei den Bundeswehrsoldaten gut an. „Die Truppe koppelt an mich zurück, dass sie die Ministerin ausgesprochen authentisch erleben. Sie hört zu, sie geht auf die Soldaten zu, sie spricht mit ihnen“, so der Generalinspekteur.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung „Region am Nachmittag“ auf SR 3 Saarlandwelle am 08.11.2019 berichtet.

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