Eine Labormitarbeiterin etikettiert eine Kassette mit Corona-Abstrichen zum Virusnachweis unter Verwendung der PCR-Methode.  (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Sebastian Kahnert)

Coronazahlen steigen weiter

  13.06.2022 | 20:05 Uhr

Im Saarland hat es in der vergangenen Woche wieder deutlich mehr Coronainfektionen gegeben. Kinder und Jugendliche waren im Vergleich zu Erwachsenen diesmal weniger betroffen. Überstandene Infektionen bieten nur bedingt einen Immunschutz.

In der vergangenen Woche ist die Zahl der Coronainfektionen im Saarland erneut deutlich gestiegen. Über alle Altersgruppen hinweg gab es ein Plus von mehr als 40 Prozent.

Mehrere Faktoren entscheidend

Nachdem die Fallzahlen in den jüngeren Altersgruppen immer besonders hoch lagen, fällt nun auf, dass Kinder und Jugendliche diesmal weniger betroffen sind als Erwachsene. Eine Rolle kann dabei laut Dr. Jürgen Rissland von der Homburger Uniklinik auch eine Durchseuchung mit der Omikronvariante in der Gruppe der Kinder und Jugendlichen spielen. Das Robert-Koch-Institut geht nach aktuellen Modellrechnungen davon aus, dass Ende März bereits 77,5 Prozent der Fünf- bis Elfjährigen in Deutschland Kontakt mit einem Corona-Antigen hatte.

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Insgesamt lasse sich die derzeitige Entwicklung in dieser Altersgruppe aber nicht auf eine einzelne Ursache zurückführen, betont Rissland. Die Pfingstferien oder auch, dass in den Schulen generell weniger getestet werde, spielten ebenfalls eine Rolle. "Es ist eine Mischung aus verschiedenen Faktoren", so der Virologe. Die Situation lasse sich noch nicht abschließen einschätzen, man müsse die weitere Entwicklung abwarten.

Weitere Infektion möglich

Denn auch wer sich bereits mit einer Subvariante von Omikron angesteckt hat, kann sich trotzdem erneut infizieren etwa mit den Subvarianten BA.4 und BA.5, die sich derzeit zunehmend ausbreiten.

Es gebe zwar eine gewisse Kreuzimmunität zwischen den Subvarianten, so Rissland: "Aber der Immunschutz hält nur eine gewisse Zeit". Wie lange sei unter anderem davon abhängig, wie die vorherige Infektion verlaufen sei.

Die Menge der Erreger, mit denen der Körper konfrontiert sei, sei unterschiedlich. Bei der Impfung gebe es hingegen eine Konfrontation mit einer standardisierten Erregermenge. Deshalb habe man nach einer Impfung in der Regel einen längeren Immunschutz als nach einer natürlichen Infektion.

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"Die Pandemie ist nicht weg"

Der Infektionsdruck in der Bevölkerung ist laut Rissland immer noch nennenswert. "Die Pandemie ist nicht weg", sagte der Virologe. Wie sich die Subvariante BA.5 auswirke, sei noch unklar. Durch die höheren Fallzahlen sei es jedoch auch wahrscheinlich, dass es mit einer zeitlichen Verzögerung auch wieder mehr Coronapatienten oder auch Todesfälle geben könnte.

Rissland hält es für sinnvoll, die Basishygienemaßnahmen nochmal aufzunehmen und die Impflücken weiter zu schließen. "Wir haben es in unseren eigenen Händen", so der Virologe.

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