Synagoge Saarbrücken (Foto: SR)

Saar-Polizei verstärkt Sicherheit bei Einrichtungen

Martin Brinkmann   10.10.2019 | 09:01 Uhr

Nach dem Anschlag auf eine Synagoge in Halle am Mittwoch hat die Polizei ihre Sicherheitsvorkehrungen für jüdische Einrichtungen auch im Saarland erhöht. Vor der Synagoge in Saarbrücken steht seit Mittwochabend wieder ständig ein mit Beamten besetzter Streifenwagen.

Auch andere jüdische Einrichtungen und Friedhöfe im Saarland und in Rheinland-Pfalz werden stärker gesichert als bisher. Außerdem hat die Bundespolizei an den Grenzübergängen die Kontrollen verstärkt. Unbekannte hatten in Halle gegen Mittag zwei Menschen erschossen. Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen wegen Mordes von besonderer Bedeutung übernommen.

Video [aktueller bericht, 10.10.2019, Länge: 2:06 Min.]
Streifenwagen vor Saarbrücker Synagoge

„Überrascht hat es mich, dass es gestern passiert ist“, sagte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Oliver Malchow, am Donnerstag im ZDF-Morgenmagazin. „Aber befürchten muss man so etwas schon seit längerer Zeit.“ Die Polizei bereite sich schon darauf vor, aber man habe auch Personaldefizite.

Video [aktueller bericht, 10.10.2019, Länge: 3:44 Min.]
Interview mit Richard Bermann über Sicherheit der Synagogen

Personalprobleme bei der Polizei

„Wir können uns jetzt nicht neben der Terrorbekämpfung gleichzeitig mit viel Personal auch um Rechtsextremisten kümmern. Das müssen wir alles machen, weil wir ja sehen, wie gefährlich die rechte Szene ist.“ Hier setze man auch weiterhin Schwerpunkte, was allerdings zu Ausdünnungen in anderen Bereichen führe. „Wir haben das nicht unterschätzt, aber wir müssen auch sagen: Wir können das nicht alles vorhersehen.“

Interview: "Wir teilen den Sicherheitskräften allmonatlich die Termine mit"
Audio [SR 3, 10.10.2019, Länge: 03:20 Min.]
Interview: "Wir teilen den Sicherheitskräften allmonatlich die Termine mit"


tagesschau.de
Schüsse in Halle
In der Mittagszeit gaben mehrere Täter in Halle (Saale) Schüsse ab. Sie töteten zwei Menschen. Ein Verdächtiger wurde festgenommen, laut ARD-Informationen ist er Deutscher. Mindestens ein mutmaßlicher Täter soll auf der Flucht sein.

Über dieses Thema berichtet auch der "aktuelle bericht" am 09.10.2019 um 19.20 Uhr im SR Fernsehen.

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