Eberhard Zorn: "Kein Bedarf an Wehrpflichtigen der alten Art"

Eberhard Zorn: "Kein Bedarf an Wehrpflichtigen der alten Art"

Im Interview der Woche: General Eberhard Zorn, Generalinspekteur der Bundeswehr

Andrea Müller / Onlinefassung: Rick Reitler  

Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn, hat dem alten Wehrpflicht-Modell im SR 2-Interview der Woche eine klare Absage erteilt. Zurzeit bestehe "kein Bedarf an Wehrpflichtigen der alten Art" - sehr wohl aber an der "Auffüllung unserer heutigen Strukturen" und an mehr Geld für die Modernisierung der Truppe.

Sendung: Samstag 18.08.2018 12.45 bis 13.00

Kurz vor seiner Abreise zur Jubiläumsfeier "60 Jahre Saarlandbrigade" hat SR-Redakteurin Andrea Müller mit dem Bundeswehr-Generalinspekteur und gebürtigen Saarländer Eberhard Zorn (58) gesprochen - u. a. über seine Erinnerungen an den Militärstandort Saarlouis, über fehlende Schutzwesten, über unangekündigte Kasernenbesuche und die Übergangszeit bis zur "personellen Trendwende" bei der Truppe.

Mensch und Material

Dem alten Wehrpflicht-Modell der Jahrzehnte vor 2011 erteilte Zorn eine Absage: In den vergangenen Jahren habe man alles getan, um die Wehrpflicht-Infrastruktur abzubauen. Somit existiere zurzeit "kein Bedarf an Wehrpflichtigen der alten Art". Sehr wohl aber benötige die Bundeswehr "die Auffüllung unserer heutigen Strukturen" für die Aufträge und mehr Geld für die Modernisierung. Zorn räumte ein, dass es bei Personal und Material durchaus Mängel gebe.

Ranghöchster Soldat Deutschlands

General Eberhard Zorn füllt seit April 2018 das Amt des Bundeswehr-Generalinspekteurs aus. Er ist seitdem der ranghöchste General in Deutschland und oberster Chef aller Soldaten.

Hintergrund:

Saarlouis
60 Jahre Saarlandbrigade
Die Saarlandbrigade feiert ihr 60-jähriges Bestehen. In Saarlouis, einem der saarländischen Standorte der Brigade, gibt es am Samstag, 18. August, zahlreiche Vorführungen.

Ein Thema in der Sendung "Bilanz am Mittag" vom 18.08.2018 auf SR 2 KulturRadio.

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