Sonja Finck bekommt den Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis

Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis für Sonja Finck

Preisverleihung

 

Termin: 09.09.2019 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr

Porträt: "Sonja Finck ist ein politischer Kopf"
Audio [SR 2, Julian Bernstein, 03.09.2019, Länge: 04:12 Min.]
Porträt: "Sonja Finck ist ein politischer Kopf"

AULA der Stadt Sulzbach
Gärtnerstraße 12
66280 Sulzbach/Saar

Der mit 10.000 Euro dotierte Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis der Stiftung des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes (Stiftung ME Saar), der Stadt Sulzbach und des Saarländischen Rundfunks würdigt das Andenken des bedeutenden Sulzbacher Übersetzers und Autors. Im Jahr 2019 geht der vom SR initiierte Preis an die deutsche Übersetzerin Sonja Finck.

Nordafrika, Kanada oder Frankreich

Sonja Finck überträgt frankophone Literatur ins Deutsche, die verschiedenen Sphären und Kontexten entstammt: die von ihr übersetzten Autorinnen und Autoren kommen zum Beispiel aus Nordafrika, Kanada oder Frankreich.

Annie Ernaux im Portrait
"Ich bin so etwas wie ein Klassenflüchtling"
Annie Ernaux gehört zu den großen Autorinnen der französischen Gegenwartsliteratur. In Deutschland ist sie erst mit Verspätung bekannt geworden. Von 2017 an erschienen erst "Die Jahre", dann "Erinnerung eines Mädchens" und zuletzt "Der Platz", alle übersetzt von Sonja Finck, der Preisträgerin des diesjährigen Eugen-Helmlé-Übersetzerpreises.

Ihre Werke weisen darüber hinaus sehr unterschiedliche Sprachregister auf, für die Sonja Finck jeweils treffende  Entsprechungen findet, wenn sie Bücher u. a. von Annie Ernaux, Jocelyne Saucier oder Wajdi Mouawad ins Deutsche überträgt. Ihre Übersetzungen zeugen von intensiver Auseinandersetzung mit Werk und Autor.

Einige Romane hat sie selbst für deutsche Verlage entdeckt, zum Beispiel "Fever" der in den USA geborenen frankophonen Autorin Leslie Kaplan oder die Bücher der in Québec lebenden Schriftstellerin Jocelyne Saucier. Häufig engagieren sich von ihr ausgewählte Autorinnen und Autoren über ihre Werke hinaus: Annie Ernaux verbindet Literatur und Soziologie, Kamel Daoud ist Schriftsteller und kritischer Journalist, Mathias Malzieu komponiert Romane und Rockmusik.

Die Arbeit von Sonja Finck endet nicht mit der Rekreation eines Textes in einer anderen Sprache: sie lädt auf ihre Art dazu ein, an den großen Debatten und aktuellen Fragen unserer Gegenwart teilzuhaben.

Zur Person: Sonja Finck

Tilla Fuchs über Sonja Finck
Audio [SR 2, Jochen Marmit / Tilla Fuchs, 06.08.2019, Länge: 07:36 Min.]
Tilla Fuchs über Sonja Finck
Anlässlich ihrer Wahl zur Eugen-Helmlé-Preisträgerin des Jahres 2019 stellt SR-Literaturredakteurin Tilla Fuchs die 41-Jährige und ihre Arbeit im Gespräch mit SR-Moderator Jochen Marmit vor.

Sonja Finck wurde 1978 im nordrhein-westfälischen Moers geboren. Bevor sie in Düsseldorf und Madrid literarisches Übersetzen studierte, machte sie an einer Zirkusschule in Toulouse eine Ausbildung zur Artistin.

Seit 2004 arbeitet Sonja Finck freiberuflich als literarische Übersetzerin von Romanen und Theaterstücken aus dem Französischen, Englischen und Spanischen. Seit 2010 ist sie zudem als Gastdozentin für literarisches Übersetzen an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf tätig.

Sie lebt in Berlin und im kanadischen Gatineau (Québec) und ist eine unermüdliche Vermittlerin zwischen Autorinnen und Lesern, zwischen den Kulturen und zwischen den Nuancen der französischen und deutschen Sprache.

Derzeit arbeitet sie sowohl an Übersetzungen weiterer Werke von Annie Ernaux als auch an mehreren Romanen aus dem kanadischen Französisch - Kanada ist 2020 Gastland der Frankfurter Buchmesse. Für ihre Übersetzungen bekam sie bereits verschiedene Stipendien und Preise, u. a. den deutschen Jugendliteraturpreis und den André-Gide-Preis der DVA-Stiftung.

Die Jury 2019

Die Juroren des Eugen-Helmlé-Übersetzerpreises 2019 waren die Berliner Journalistin Susanne von Schenck, die Literaturbeauftragte der Direction Régionale des Affaires Culturelles (DRAC) der Region Grand Est in Metz, Colette Gravier, und Tilla Fuchs, Literaturredakteurin (Saarländischer Rundfunk).

Rückblick

Die bisherigen Preisträger:

  • Olivier Mannoni (2018)
  • Simon Werle (2017)
  • Anne Weber (2016)
  • Hinrich Schmidt-Henkel (2015)
  • Cécile Wajsbrot (2014)
  • Jürgen Ritte (2013)
  • Alain Lance und Renate Lance-Otterbein (2012)
  • Holger Fock und Sabine Müller (2011)
  • Olivier LeLay (2010)
  • Lis Künzli (2009)
  • Nicole Bary (2008)
  • Andrea Spingler (2007)
  • Claude Riehl (2006)
  • Tobias Scheffel (2005)

Ein Thema u. a. in der Sendung "Der Nachmittag" vom 06.08.2019 auf SR 2 KulturRadio.

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