Umweltminister Reinhold Jost (Foto: dpa)

Jost will höhere Steuern auf Fleisch und Milch prüfen

  14.01.2020 | 10:03 Uhr

Der saarländische Verbraucherschutzminister Reinhold Jost will höhere Steuern auf Fleisch- und Milchprodukte prüfen. Der SPD-Politiker reagiert damit auf eine Forderung der Umweltorganisation Greenpeace.

Jost sagte der „Saarbrücker Zeitung“, die Wertigkeit landwirtschaftlicher Produkte müsse erhöht werden. Das gehe durch eine Lenkungswirkung über die Preisgestaltung.

Höhere Steuern auf Fleisch

Greenpeace hatte eine sogenannte „Tierwohl-Abgabe“ von bis zu 50 Cent pro Kilogramm Fleisch aus Massenproduktion vorgeschlagen. Zudem müsse die Mehrwertsteuer für Fleisch- und Milchprodukte von sieben auf 19 Prozent erhöht werden. Als Ausgleich schlägt Greenpace vor, die Mehrwehrtsteuer auf pflanzliche Lebensmittel zu senken.

Jost ist derzeit Vorsitzender der Länder-Agrarministerkonferenz. Um Maßnahmen gegen Billig-Lebensmittel soll es auch bei der nächsten Konferenz Anfang Mai in Saarbrücken gehen.

Die Linksfraktion im saarländischen Landtag lehnt die Greenpeace-Forderung als unsozial ab. Die Sozialpolitikerin Astrid Schramm erklärte, wer die Mehrwertsteuer derart erhöhen wolle, treffe „vor allem diejenigen, die schon jetzt jeden Euro zweimal umdrehen müssen“. Stattdessen müsse „tierwohlgefährdende Haltung“ stärker verfolgt werden. Außerdem fordert die Linke eine staatliche Unterstützung der Milchbauern.

tagesschau.de
Mehr Tierwohl für zehn Euro im Monat?
Greenpeace fordert Maßnahmen für artgerechtere Tierhaltung: die Einführung einer Tierwohlabgabe - und volle Mehrwertsteuer auf Fleisch und Milch. Verbraucher soll das knapp zehn Euro mehr im Monat kosten.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 14.01.2020 berichtet.

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