Glosse: Hinter den Gipfel-Kulissen

Hinter den Gipfel-Kulissen

SR 2-Kolumnist Erik Heinrich über das Treffen zweier Staatsmänner in Helsinki

Eine Kolumne von Erik Heinrich   17.07.2018 | 07:25 Uhr

Große Geheimniskrämerei beim Gipfeltreffen von Donald Trump und Wladimir Putin in Helsinki. Niemand weiß, was Trump und Putin während ihrer mehr als zweistündigen Begegnung wirklich besprochen haben. Denn auf ausdrücklichen Wunsch von Trump waren in dem Raum neben den beiden Präsidenten nur zwei Dolmetscher anwesend. Wie gut, dass unser Kolumnist Erik Heinrich so seine Quellen hat...

Das große Silberrücken-Date von Helsinki: Vor dem intimen Gespräch gibt sich Trump artig und lobt die WM in Russland. Dabei spreizt er die Beine so, dass er in der New Yorker U-Bahn rausflöge, bildet mit den Händen dazu eine Raute, wo er das nur her hat? Während Putin ein Pokerface macht und die linke Hand um die Stuhllehne dreht, als hätte er Angst, dass ihm von hinten einer den Stuhl wegzieht. Dann geht über den Herrschern das Licht aus und sie bleiben unter sich. Fast vier Stunden später beide wieder in der Bütt für die Weltöffentlichkeit.

Doch was geschah wirklich in der Zwischenzeit? Zufällig kenne ich den Schwager einer Schwester vom Vetter eines der Dolmetscher, und der erzählt es so:

Putin: So, Mr. President, unter uns.

Trump: Yeah, Mr. President. Haben Sie etwa gepupst?

P: Es stimmt. Zu viel Fleisch, zu viel herumsitzen. Und Wodka vertrage ich nicht mehr.

T: Oh, das kenne ich, auch dauernd Verstopfung. Aber vielleicht liegt Ihnen auch die Krim zu schwer im Magen.

P: Nicht so schwer, wie Ihnen der große Gelbe Xi in Peking.

T: Der ist für uns alle ein Problem. Aber erst einmal danke für die Wahlhilfe. Bei uns wird ja noch richtig gewählt.

P: Richtig gewählt, falsch gewählt, egal, Hauptsache die Richtigen werden gewählt! (Beide lachen, das Eis ist gebrochen.)

P: Was machen wir nachher, Mr. President, Donald, wir müssen raus gehen und der Welt etwas Großartiges präsentieren.

T: Ach, ein bisschen Abrüstung, einen good deal, etwas good will und in Korea und Syrien wird auch alles gut dank unserer manpower.

P: Sehr gut. Und unter uns?

T: Hm. Osteuropa ist ein Sauhaufen, da können Sie meinetwegen ein wenig die Ärmel hochkrempeln, wenn Sie verstehen, zwinker zwinker. Wir geben eh zu viel für die Ukraine aus. Hauptsache, Wladimir, Ihre Hacker sind mir im nächsten Wahlkampf gewogen. Und immer Xi auf die Finger schauen!

P: Und Merkel muss weg!

T: Ja, Merkel muss weg!

P: Gut, aber vor allem: Wenn eure Forscher den genetischen Schlüssel zur Jugend zuerst finden, kriege ich den exklusiv - und natürlich umgekehrt, o.k.?

T: Abgemacht, und unser bestes Abführmittel und eine nagelneue Harley dazu - auf eine lange Präsidentschaft!

P: Ja. Auf eine lange Präsidentschaft! (Beide lachen.)

Ja, so war das wirklich.

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Der Morgen" vom 17.07.2018 auf SR 2 KulturRadio berichtet.


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