ZF (Foto: picture alliance / dpa / Felix Kästle)

Jeder vierte Arbeitsplatz bei ZF Saarbrücken könnte wegfallen

mit Informationen von Mirko Tomic   27.09.2019 | 07:18 Uhr

Die Gewerkschaft IG Metall befürchtet, dass ab 2023 jeder vierte ZF-Mitarbeiter im Saarland seinen Arbeitsplatz verliert. Das beträfe laut Gewerkschaft rund 2225 Jobs. Der Autozulieferer hatte angekündigt, Teile seiner Produktion ins Ausland verlagern zu wollen. Darüber wurden am Donnerstag die Mitarbeiter im Werk Saarbrücken informiert.

Die Getriebeproduktion am Saarbrücker Standort war lange Zeit der Umsatz- und Gewinnbringer im Konzern ZF. Jährlich verlassen 2,4 Millionen Getriebe das Werk. Standort und Produktion wuchsen in ungeahnte Höhen. Jetzt aber schlägt die Autokrise mit ihren Absatzeinbrüchen zusammen mit drohenden Zöllen und billigeren ausländischen Standorten durch.

Video [aktueller bericht, 26.09.2019, Länge: 3:35 Min.]
IG Metall befürchtet Jobabbau bei ZF

ZF will künftig in seinen Werken in USA, Ungarn und China Getriebe bauen, weil es dort billiger ist. Und weil nach langen Startschwierigkeiten jetzt endlich auch die Qualität stimmt. Vor allem dank der Entwicklungshilfe durch die Mitarbeiter im Saarbrücker Leitwerk. Die Tragik dabei: Sie sollen jetzt ihre Produktion dahin abgeben.

"Es trifft alle deutschen Standorte, aber besonders Saarbrücken, weil hier ausschließlich für den Verbrennungsmotor Getriebe gebaut werden", sagte Thorsten Dellmann von der IG Metall Saarbrücken. "Daher brauchen wir dringend ein zweites Standbein aus einem anderen Fertigungsbereich wie E-Mobilität, um die Produktion zu sichern."

Rehlinger will sich für Beschäftigte einsetzen

Jeder vierte Arbeitsplatz bei ZF Saarbrücken könnte wegfallen
Audio [SR 3, (c) SR Michael Friemel, 27.09.2019, Länge: 09:03 Min.]
Jeder vierte Arbeitsplatz bei ZF Saarbrücken könnte wegfallen

Nach Angaben des Betriebsratsvorsitzenden Mario Kläs sollen nun Standortverhandlungen aufgenommen werden. Er habe die Hoffnung, dass der drohende Stellenabbau noch gelindert werden kann.

Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) kündigte an, sich für die ZF-Beschäftigten in Saarbrücken einsetzen zu wollen. Die SPD-Politikerin sagte dem SR, bisher handele es sich nur um Ankündigungen von Überlegungen. Das lasse noch alle Chancen, für den Standort Saarbrücken mit seinen guten und flexiblen Fachkräften zu werben. Sie wolle die Beschäftigung am Standort sichern.

Anke Rehlinger zum Abbau von ZF-Arbeitsplätzen
Audio [SR 2, (c) SR, 26.09.2019, Länge: 05:11 Min.]
Anke Rehlinger zum Abbau von ZF-Arbeitsplätzen

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 26.09.2019 berichtet.

Artikel mit anderen teilen

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja