Wie St. Ingbert die Grundstücksnachfrage regelt

Wie St. Ingbert die Grundstücksnachfrage regelt

Ein Beitrag über das Vergabeverfahren für Grundstücksflächen in der saarländischen Mittelstadt St. Ingbert

Patrick Wiermer. Onlinefassung: Rick Reitler   22.10.2020 | 11:45 Uhr

Wer bekommt den Zuschlag, wenn es um den Verkauf städtischer Baugrundstücke geht? Die saarländische Mittelstadt St. Ingbert beispielsweise setzt auf Marktwirtschaft per Ausbietungsverfahren. Doch das birgt auch Nachteile, meint der Bauland-Experte Prof. Dirk Löhr.

Den großen Traum vom Eigenheim träumen viele; die Nachfrage nach Bauland ist groß. Neu ausgewiesene Erschließungsgebiete gehen oft schon innerhalb weniger Tage parzellenweise weg. Doch wer bekommt den Zuschlag?

St. Ingbert setzt auf Ausbietungsverfahren

Die Städte und Gemeinde gehen da ganz unterschiedlich vor. In St. Ingbert beispielsweise ist neu erschlossenes Bauland zurzeit zwar nicht zu haben, aber es gibt knapp 600 ungenutzte Flächen in der Innenstadt - bebaut oder unbebaut. Jene darunter, die der Mittelstadt gehören, werden per Ausbietungsverfahren an den Meistbietenden verkauft. Das liefe "fast wie eine Versteigerung", erklärte Waltraud Guth, die stellvertretende Leiterin der St. Ingberter Bauabteilung, im Gespräch mit SR-Reporter Patrick Wiermer. Die großen Vorteile dieses Verfahrens lägen vor alllem in der Transparenz und in der Anonymität der Kaufinteressenten.

Gefahr der Segregation

Der Birkenfelder Bauland-Experte Prof. Dr. Dirk Löhr aber hält es nicht immer für klug, dass eine Stadt ihr "Tafelsilber" an diejenigen verkauft, die die dickste Brieftasche hätten: Die absehbare Segregation beinhalte "sozialen Sprengstoff".


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Ein Thema in der Sendung "Der Nachmittag" vom 22.10.2020 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt die saarländische Mittelstadt St. Ingbert (Archivfoto: SR Fernsehen).

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