leeres Klassenzimmer (Foto: picture alliance/Fabian Strauch/dpa)

Kultusminister offen für härtere Maßnahmen an Schulen

  11.12.2020 | 18:56 Uhr

Schulschließungen, Hybridunterricht oder verlängerte Weihnachtsferien? Die Kultusministerkonferenz hat darüber beraten, welche Maßnahmen zu Eindämmung der Corona-Pandemie unterstützt werden sollen. Sie spricht sich für Hybrid- und sogar kompletten Fernunterricht aus - und gegen eine Verlängerung der Ferien.

Eine flächendeckende Schließung der Schulen in Deutschland rückt wieder näher. Die Dynamik der Coronavirus-Pandemie mache "weitere Einschränkungen auf allen gesellschaftlichen Ebenen" nötig, erklärte die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Stefanie Hubig (SPD), am Freitag bei der Vorstellung der Ergebnisse ihrer Beratungen.

Keine Verlängerung der Weihnachtsferien

Einigkeit herrscht bei den Kultusministern demnach darüber, dass die Weihnachtsferien nicht verlängert werden sollten. Stattdessen sollten Schulen gegebenenfalls vor und nach den Ferien wieder zum Fernunterricht übergehen. Auch ein Wechsel von Präsenz- und Fernunterricht sei möglich.

Wichtig sei, dass die Einschränkungen für die Schulen zeitlich möglichst kurz gehalten werden. Für jüngere Schüler müsse auch wieder eine Notbetreuung organisiert werden, falls der Präsenzunterricht komplett eingestellt werden sollte.

Entscheidung am Sonntag?

Einen förmlichen Beschluss zu bevorstehenden Einschränkungen in der Corona-Krise fasste die Konferenz nicht. Die Entscheidung liegt jetzt bei der für Sonntag geplanten Ministerpräsidentenkonferenz. Deren Beschlüsse würden die Kultusminister "aber selbstverständlich mittragen", so Hubig.

Das saarländische Bildungsministerium verwies unterdessen darauf, dass die Infektionsraten an den Schulen derzeit niedriger seien als in der Gesamtbevölkerung. Im Regionalverband habe die Sieben-Tage-Inzidenz - also die Fälle bezogen auf 100.000 Einwohner - zuletzt bei knapp 240 gelegen, in den Schulen hingegen nur bei 165. Noch vor einigen Wochen gab es ein anderes Bild. Damals waren insbesondere ältere Schuljahrgänge deutlich häufiger von einer Coronainfektion betroffen als der Bevölkerungsdurchschnitt.

GEW kritisiert späte Reaktion

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sieht in der Ankündigung der KMK eine Bestätigung dafür, dass diese nicht rechtzeitig für ausreichenden Gesundheitsschutz gesorgt hätte. Sie fordert nun die Politiker auf, alle möglichen Szenarien für die Zeit nach den Weihnachtsferien vorzubereiten. Es dürfe "nicht einfach weitergewurschtelt werden".

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 11.12.2020 berichtet.

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