Grenzschild zu Frankreich an der alten Goldenen Bremm in Saarbrücken (Foto: imago images/Becker&Bredel)

Das gilt beim deutsch-französischen Grenzübertritt

  09.06.2021 | 08:30 Uhr

In Frankreich sind am 9. Juni weitere Lockerungen in Kraft getreten. Reisende, die aus der EU kommen, brauchen auch bei längeren Aufenthalten keinen PCR-Test mehr. Es genügt ein Schnelltest.

Weil die Verbreitung der südafrikanischen Variante des Coronavirus im Département Moselle zurückgegangen ist, stufte die Bundesregierung die Region zunächst vom Virusvarianten-Gebiet zum Hochinzidenzgebiet herab, seit Pfingstsonntag gilt ganz Frankreich nur noch als Risikogebiet.

Die aktuellen Regelungen finden Sie hier:


Was gilt bei Einreisen aus dem Département Moselle nach Deutschland?

Bei der Einreise aus Risikogebieten gilt für die Personen, die nicht vollständig geimpft oder einen Nachweis über eine überstandene Coronainfektion haben, generell die Pflicht, einen negativen Test nachzuweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Akzeptiert werden sowohl PCR-Tests als auch Schnelltests. Der Nachweis des Testergebnisses muss auf Papier oder in einem elektronischen Dokument in deutscher, englischer oder französischer Sprache vorliegen. Das Testergebnis muss für mindestens zehn Tage nach Einreise aufbewahrt werden.

Von der Testnachweis-Pflicht sind unter anderem folgende Gruppen ausgenommen:

  • Grenzpendler und Grenzgänger
  • der kleine Grenzverkehr innerhalb der 24-Stunden-Regelung

Die Quarantänezeit nach Aufenthalt in einem Risikogebiet beträgt zehn Tage. Sie entfällt, wenn Reisende einen weniger als 72 Stunden alten negativen Coronatest vorweisen können beziehungsweise nachweisen können, dass sie genesen oder geimpft sind.

Wer sich in den letzten zehn Tagen in einem Risikogebiet aufgehalten hat, muss eine digitale Einreiseanmeldung ausfüllen. Auch hier gibt es Ausnahmen, etwa für Menschen, die sich weniger als 24 Stunden in dem Risikogebiet aufgehalten haben. Die Landesregierung hat hierzu auf ihrer Website weitere Informationen bereitgestellt. Die Einreiseanmeldung ist auf der Internetseite einreiseanmeldung.de möglich.

Der grenzüberschreitende ÖPNV zwischen dem Départment Moselle und dem Saarland hat mit Betriebsbeginn in der Nacht von Sonntag, 2. Mai, auf Montag, 3. Mai, wiederaufgenommen.


Das gilt bei der Einreise nach Frankreich / ins Département Moselle

Ab dem 9. Juni brauchen Reisende aus der EU keinen PCR-Test mehr für Einreise nach Frankreich. Die Pflicht gilt nur noch für Länder außerhalb der EU. Bei Reisenden aus der EU genügt künftig ein negativer Schnelltest. Geimpfte brauchen keinen Test mehr.

Bisher brauchen alle Reisenden, auch vollständig Geimpfte, die weiter als 30 Kilometer ins Land fahren, neben einem negativen PCR-Test zusätzlich noch eine sogenannte Ehrenerklärung. In dieser bestätigen Reisende, dass sie nicht an Corona erkrankt sind, sich krank fühlen oder Kontakt mit jemandem hatten, der infiziert ist. Weitere Informationen hat das französische Innenministerium auf seiner Internetseite bereitgestellt. Hier kann die Ehrenerklärung auch in französischer und englischer Sprache heruntergeladen werden.

Für die Rückreise nach Deutschland gilt: Solange die 72-Stunden-Grenze nicht überschritten ist, braucht es keinen weiteren Test.

Ausnahmen von der aktuell noch gültigen Testpflicht bei der Einreise nach Frankreich gelten unter folgenden Umständen:

  • Für Menschen, die sich bei der Einreise nicht weiter als 30 Kilometer von ihrem Wohnort entfernen und weniger als 24 Stunden in Frankreich bleiben (sog. „kleiner Grenzverkehr“)
  • Für Berufspendler
  • Für Lkw-Fahrer

Menschen, die diese Voraussetzungen erfüllen, müssen bei der Einreise nach Frankreich keinen negativen Test nachweisen können.

In der saarländischen Nachbarregion Moselle gilt zudem seit dem 19. Mai eine gelockerte Maskenpflicht. Nach Angaben der Präfektur müssen in Gemeinden mit weniger als 2500 Einwohnern keine Masken mehr getragen werden.


Wie wird kontrolliert?

Wie bisher soll stichprobenartig hinter der Grenze im Rahmen der Schleierfahndung kontrolliert werden. Es werde im Grenzgebiet an die Region Moselle im Saarland und in Rheinland-Pfalz Kontrollstellen geben, so die Bundespolizei. Stationäre Kontrollen soll es hingegen nicht geben.


Was passiert, wenn kein negativer Test vorgelegt wird?

Personen, die bei einer Kontrolle der Bundespolizei keinen negativen Coronatest vorlegen, werden von der Bundespolizei beim zuständigen Gesundheitsamt gemeldet, teilte ein Sprecher mit. Außerdem würden sie an ein Testzentrum verwiesen, sagte der Sprecher.


Welche Testmöglichkeiten stellt das Land zur Verfügung?

Pendlerinnen und Pendler aus Frankreich sollen sich mehrmals die Woche in den saarländischen Unternehmen testen lassen können. Dafür hat die Landesregierung Antigen-Schnelltests bereitgestellt. Die ersten 100.000 Tests waren nach Angaben der IHK, die für die Verteilung zuständig ist, bereits innerhalb eines Tages vergeben. Das Saarland stellt darum 50.000 weitere kostenlose Schnelltests für Unternehmen zur Verfügung. Ein Antigen-Schnelltest sollte laut IHK durch Ärztinnen und Ärzte oder Gesundheitspersonal oder durch Personen durchgeführt werden, die fachkundig geschult wurden.

Am Grenzübergang Goldene Bremm steht ab 2. März ein deutsch-französisches Testzentrum bereit. Es ist täglich von 6.00 bis 22.00 Uhr geöffnet und befindet sich auf dem Gelände des THW an der Bundesstraße 41, direkt am Grenzübergang (Adresse: Metzer Straße 157, 66117 Saarbrücken). Es handelt es sich um ein Drive-in für Pkw. Die saarländische Landesregierung rechnet damit, dass täglich bis zu 1600 Abstriche genommen werden.

Für einen reibungslosen Ablauf sollte vorab ein Termin online unter www.saarland.de/pendler bzw. www.saarland.de/frontalier vereinbart werden. Alternativ kann auf dieser Internetseite auch ein Anmeldeformular ausgefüllt und ausgedruckt werden, das dann vor Ort im Testzentrum abgegeben und erfasst wird. Berufspendler aus Frankreich, die über eine deutsche gesetzliche Krankenversicherung verfügen und eine „Carte vitale“ besitzen, können sich zudem in französischen Apotheken kostenfrei testen lassen.

Webdoku
Corona – Zerstört ein Virus die deutsch-französische Freundschaft?
Grenzschließungen und -kontrollen wegen der Corona-Krise sind eine Zerreißprobe für die Beziehungen in der Grenzregion zwischen dem Saarland, Frankreich und Luxemburg. Schafft die Region es, den „Stresstest“ zu meistern oder scheitert die europäische Idee?

Artikel mit anderen teilen

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja