Mehrere Hundert Menschen demonstrieren an der Goldenen Bremm (Foto: SR/Katrin König)

Hunderte demonstrierten an Grenze

  06.03.2021 | 19:02 Uhr

Am Grenzübergang Goldene Bremm haben am Samstag mehr als 300 Menschen gegen die Corona-Bestimmungen für Grenz-Pendler demonstriert. Laut Polizei versammelten sich die Demonstranten vor allem auf der französischen Seite der Grenze.

Die Demonstration begann gegen 10.00 Uhr auf französischer Seite auf dem Parkplatz des Supermarktes Auchan. Aufgerufen hatte ein privates Bündnis, das sich auf einer Facebook-Seite verabredet hatte, die inzwischen über 3700 Mitglieder zählt.

Französische Pendler fühlen sich diskriminiert

Hunderte Menschen demonstrieren
Audio [SR 3, Bettina Rau, 06.03.2021, Länge: 00:49 Min.]
Hunderte Menschen demonstrieren

Etwa 300 Menschen zogen zum Testzentrum in der Metzer Straße. Am Kreisel wurde eine Europaflagge gehisst. Unter den Demonstranten waren auch Vertreter der Gelbwesten Saar. Die Demonstration richtete sich gegen die derzeit geltenden Bestimmungen für Grenz-Pendler. Besonders französische Demonstranten monierten, dass Deutsche in deutschen Unternehmen, die keine Arbeitspendler sind, keinen Test vorlegen müssten.

Auch auf dem Grenzübergang Hanweiler-Saargemünd gab es eine Demonstration, an der sich rund 30 Menschen beteiligten. Der Verkehr sei davon nicht beeinträchtigt gewesen, teilte die Polizei mit.

Das gilt beim deutsch-französischen Grenzübertritt

Einreise, Urlaub oder Durchreise
Das gilt beim Grenzübertritt in der Großregion

Nach der Einstufung als Virusvariantengebiet ist die Einreise aus dem Département Moselle nach Deutschland für Personen ab Vollendung des sechsten Lebensjahres grundsätzlich nur noch mit einem negativen Corona-Test möglich. Das gilt auch für Berufspendler.

Wer aus einem europäischen Land nach Frankreich einreisen will und älter ist als elf Jahre, muss einen PCR-Test nachweisen, der nicht älter ist als 72 Stunden. Ausnahmen von der Testpflicht bei der Einreise nach Frankreich gelten etwa für Berufspendler, Lkw-Fahrer und Menschen, die sich bei der Einreise nicht weiter als 30 Kilometer von ihrem Wohnort entfernen und weniger als 24 Stunden in Frankreich bleiben.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 06.03.2021 berichtet.

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