Ulrich Commerçon (Foto: imago / Becker & Bredel)

Commerçon will "neue Impulse" für Industriekultur

  21.01.2019 | 12:02 Uhr

Nach der Ankündigung, dass ein neuer Generaldirektor für die Völklinger Hütte gesucht wird, hat Kulturminister Ulrich Commerçon (SPD) die Entscheidung im SR-Interview noch einmal begründet. Er wünscht sich ein paar neue Impulse. Einen kompletten Kurswechsel - insbesondere mit Blick auf die Völklinger Hütte - soll es aber nicht geben.

19 Jahre war Meinrad Maria Grewenig Generaldirektor des Weltkulturerbes Völklinger Hütte. Er habe in dieser Zeit große Verdienste erworben, sagt Commerçon. Nun habe er aber das Rentenalter erreicht, sein Vertrag laufe aus - für den Minister der passende Zeitpunkt für einen Wechsel: "Ich glaube in der Tat, dass wir ein paar neue Impulse brauchen", so Commerçon. "Im Kulturbereich ist es immer gut, wenn man nach einer gewissen Zeit einen Wechsel hat."

Ein Nachfolger soll idealerweise bis Anfang kommenden Jahres gefunden worden. "Das hängt aber davon ab, wer sich bewirbt", sagt Commerçon. Auf mögliche Kandidaten will er sich noch nicht festlegen. "Natürlich hat man da Menschen im Kopf. Aber es gibt auch sicherlich viele, die sich dafür interessieren, an die wir nicht gedacht haben."

"Es geht nicht nur um unseren großen Leuchtturm"

Commerçon verweist aber auch darauf, dass es nicht nur um die Person gehe, sondern generell um die konzeptionelle Ausrichtung. "Es geht bei Industriekultur nicht nur um unseren großen Leuchtturm, die Völklinger Hütte", sagt Commerçon. Die sei zwar wichtig, aber es gehe auch um die anderen Orte der Industriekultur. "Und das muss miteinander verzahnt werden."

Einen kompletten Kurswechsel soll es aber nicht geben. "Dafür war die Arbeit in den letzten Jahrzehnten einfach zu erfolgreich", so Commerçon. In der Völklinger Hütte soll es beispielsweise auch weiter Ausstellungen geben. Man brauche zudem die Verknüpfung zur Industriekultur. Das könne aber noch verstärkt werden.

"Wir sind immer gut miteinander klargekommen"

Dass hinter dem Auslaufen von Grewenigs Vertrags auch Reibereien im Hintergrund stehen könnten, dementiert Commerçon. Sie seien zwar nie enge Freunde gewesen, "aber wir sind immer gut miteinander klargekommen". Es habe immer einen fairen Austausch gegeben. "Das wird auch in Zukunft so weitergehen."

Commerçon im SR-Interview
Audio [SR 2, (c) SR, 21.01.2019, Länge: 02:25 Min.]
Commerçon im SR-Interview

Über dieses Thema wurde auch in "Der Morgen" auf SR 2 KulturRadio vom 21.01.2019 berichtet.