Ulrich Commerçon (Foto: SR)

Commerçon pocht auf mehr Lehrerstellen

Janek Böffel / Onlinefassung: Axel Burmeister   08.08.2019 | 21:37 Uhr

SPD-Bildungsminister Ulrich Commerçon hat seine Forderung nach 49 zusätzlichen Lehrerstellen erneuert und dabei den Koalitionspartner scharf angegriffen. Es könne nicht sein, dass Mittel für Polizisten, aber nicht für Lehrer bereit gestellt würden.

Commerçons Wortwahl ist durchaus drastisch: Die Debatte, die von Teilen der CDU in Sachen Bildung geführt wird, sei verlogen und scheinheilig. Man könne nicht übers Land fahren und überall sagen, dass etwas passieren müsse, aber kein Personal zur Verfügung stellen.

Video [aktueller bericht, 08.08.2019, Länge: 3:38 Min.]
Sommergespräch mit Bildungsminister Ulrich Commerçon

Trotz insgesamt leicht gesunkener Schülerzahlen brauche es mehr Lehrer, da mehr Aufgaben zu bewältigen seien, so Commerçon. Dass Mittel für 100 zusätzliche Polizisten zur Verfügung stünden, aber kein Geld für mehr Lehrer, sei absurd. Es brauche in beiden Bereichen mehr Personal.

Klare Ansage von Hans verlangt

Commerçon bleibt bei der Forderung nach mehr Lehrern
Audio [SR 3, Janek Böffel, 08.08.2019, Länge: 03:08 Min.]
Commerçon bleibt bei der Forderung nach mehr Lehrern

Von Ministerpräsident Tobias Hans forderte Commerçon eine klarere Positionierung. Der verhalte sich in dieser Frage so, als wäre er der Ministerpräsident der CDU, er sei aber der der gesamten Landesregierung.

Commerçon hatte die Forderung von Innenminister Klaus Bouillon (CDU) nach einem Nachtragshaushalt im Saarland für mehr Polizisten unterstützt - wollte gleichzeitig aber auch mehr Lehrerstellen. Ministerpräsident Hans hatte lediglich 100 neue Stellen für die Polizei zugesagt.

Die Reaktion der CDU folgte prompt. Finanzminister Strobel verlangte von Commerçon einen fairen und sachlichen Umgang miteinander. Er argumentierte: Bei sinkenden Schülerzahlen blieben die Lehrerzahlen im Land schließlich stabil. Sowohl in den Bereichen Sicherheit als auch Bildung liege das Saarland sogar über dem Bundesschnitt.

Strobel wehrte sich auch gegen Anschuldigungen Commerçons. Dieser hatte das Argument der CDU, es gebe im Land rund 2.000 Berufsschüler weniger, als falsch bezeichnet. An den allgemeinbildenden Schulen seien die Zahlen sogar gestiegen. Strobel verwies dagegen darauf, dass die Zahlen aus dem Bildungsministerium selbst stammten. Anders als von Commercon behauptet, gehe es auch nicht um neue Polizistenstellen. Vielmehr sollten bei der Stellenbewirtschaftung Freiräume geschaffen werden, um 100 Polizeianwärter mehr einstellen zu können.

Über dieses Thema wurde auch in den SR-Hörfunknachrichten vom 08.08.2019 berichtet.

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