Solarpanele auf einer Wiese (Foto: Pixabay/Zsuzska321)

"Wir werden mittelfristig deutlich mehr Solarenergiefelder sehen"

Gespräch mit der Umwelttechnikerin Sophia Reker über bifaziale Solarmodule

Jochen Erdmenger / Sophia Reker   20.07.2022 | 13:28 Uhr

Wie lässt sich nachhaltig Energie gewinnen? Der Krieg in der Ukraine und der Klimawandel verleihen der Frage ein ganz anderes Gewicht. In einer Studie der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig wurde heraus gefunden, wie Sonnenenergie effizienter genutzt werden kann, indem Solarmodule anders ausgerichtet werden. Eine der Autorinnen dieser Studie ist die Umwelttechnikerin Sophia Reker. Ihr Stichwort: "Bifaziale Solarmodule".

"Wir werden mittelfristig deutlich mehr Solarenergiefelder sehen"
Audio [SR 2, Jochen Erdmenger / Sophia Reker, 20.07.2022, Länge: 05:25 Min.]
"Wir werden mittelfristig deutlich mehr Solarenergiefelder sehen"

Für Flachdächer und die Landwirtschaft

So genannte "bifaziale Solarmodule" sehen aus wie normale Module. Sie können aber auf beiden Seiten Strom erzeugen. „Damit einher geht ein höherer Wirkungsgrad", sagt Sophia Reker. Im Sommer kann also mehr Strom erzeugt werden.

Nach Auffassung der Umwelttechnikerin Reker ist das relativ leicht umsetzbar. Für die Montage seien vor allem Flachdächer geeignet, weil die Module mehr oder weniger senkrecht aufgestellt werden. Diese bifazialen Solarmodule seien vor allem für die Landwirtschaft interessant, weil mehr Reihen möglich seien. Dazwischen sei Ackerbau möglich. Als weitere Option könnten bifaziale Module sehr hoch aufgestellt werden, sodass die Bewirtschaftung unter den Modulen erfolge. "Das sieht aus wie eine Art Photovoltaik-Gewächshaus, nur ohne Wände.“

Vor allem die Politik ist gefragt

Die Effizienz sei mit bifazialen Solarmodulen größer. „Aktuell haben wir Anlagen mit 58 Gigawatt installiert in Deutschland. Bis 2030 brauchen wir meines Erachtens mindestens 150 bis 200 Gigawatt, wahrscheinlich sogar mehr.“ Würden die Landwirte in Deutschland nur 17 Prozent der Nutzfläche verwenden, könnten darauf, nach Expertenangaben, Anlagen für 1700 Gigawatt installiert werden. „Und das ist um Längen mehr als wir brauchen.“

Die Energielandschaft werde sich verändern. Reker geht davon aus, dass es in Deutschland bis 2030 deutlich mehr Solarenergie-Felder geben werde. Da sei jetzt  vor allem die Politik gefragt bei den Genehmigungen für die Landwirte und die müssten es natürlich umsetzen. „Technisch ist aber schon alles da.

Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" auf SR 2 KulturRadio. Das Foto ganz oben zeigt Solarmodule auf einer Wiese. (Foto: Pixabay / PhotoMIX-Company)

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