Geld (Foto: SR)

"Die Inflation ist gekommen, um zu bleiben"

Ein Gespräch mit Frank Schaeffler, Finanzexperte der FDP

Katrin Aue. Onlinefassung: Rick Reitler   11.05.2022 | 12:50 Uhr

Für den FDP-Finanzexperten Frank Schaeffler ist nicht der Ukraine-Krieg die Ursache für die hohe Inflation, sondern die jahrelange Niedrigzinspolitik der EZB. Um eine "galoppierende" Inflation zu verhindern, sei es höchste Zeit für die Bundesregierung, Kosten zu sparen und Reformen anzugehen - etwa bei der Rente.

Der FDP-Finanzexperte Frank Schaeffler hat die jahrelange Niedrigzinspolitik der EZB scharf kritisiert. Die Überlegung von EZB-Chefin Christine Lagarde, erst im Sommer eventuell eine Leitzinserhöhung anzustreben, komme "viel, viel zu spät", sagte Schaeffer im Gespräch mit SR-Moderatorin Katrin Aue.

Ukraine-Krieg nicht die Ursache

Der Ukraine-Krieg sei keineswegs die Ursache für die aktuelle "trabende" Inflation, sondern höchstens eine Folge der seit Jahrzehnten andauernden Geldentwertung. Nun müsse die EZB dringend die Anleihekäufe der Staatsregierungen stoppen.

Reformstau beenden

Die Bundesrepublik Deutschland habe im Übrigen kein Einnahme-, sondern ein Ausgabeproblem. Um eine "galoppierende" Inflation zu verhindern, sei es höchste Zeit für die Bundesregierung, Kosten zu sparen und Reformen anzugehen - etwa bei der Rente. Allerdings bräuchten gerade die weniger gut verdienenden Bürgerinnen und Bürger bräuchten ein Entlastungspaket.


Im Interview: Frank Schaeffler
Audio [SR 2, Katrin Aue, 11.05.2022, Länge: 05:38 Min.]
Im Interview: Frank Schaeffler

Dunkle Wolken über der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main (Archivfoto: Maria C. Schmitt).


Ein Thema in der Sendung "Bilanz am Mittag" vom 11.05.2022 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt einen Mann beim Bargeldzählen (Archivfoto: SR Fernsehen).

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