Frau steht mit ihrem schwer unterernährten Kleinkind (Foto: picture alliance/dpa/UNOCHA | Giles Clarke)

Hunger in der Sahel-Zone

Ein Interview mit Francisco Marí, Referent für Welternährung, Agrarhandel und Meerespolitik bei "Brot für die Welt" über die Ernährungssituation in den Ländern der Sahel-Zone

Lisa Krauser. Onlinefassung: Saskia Bommer  

Francisco Marí, Referent für Welternährung, Agrarhandel und Meerespolitik bei "Brot für die Welt", sieht die Ernährungssituation in den Ländern der Sahel-Zone durch den Ukraine-Krieg zunehmend angespannt. Über Lösungen, auch seitens der Bundesrepublik, spricht Marí mit SR-Moderatorin Lisa Krauser.

Der Referent bei "Brot für die Welt" Francisco Marí, sieht die Versorgung der Menschen in den sowieso schon durch Klimawandel und politischen Unruhen gebeutelten Ländern der Sahel-Zone kritisch. Die kriegsbedingt hohen Treibstoffkosten sowie die Inflation treiben das Ganze auf die Spitze.

Klimawandel und politische Unruhen

Warum es diese Länder so hart trifft, so Marí, hat mit den "immer wiederkehrenden klimatischen Extremereignissen" zu tun, wie starke Dürren oder Überschwemmungen. Auch die Corona-Lockdowns, sowie die extremen politischen Unruhen haben dazu geführt, dass nichts in diese Länder reinkam.


Hunger in der Sahel-Zone
Audio [SR 2, Lisa Krauser / Francisco Marí, 12.04.2022, Länge: 06:29 Min.]
Hunger in der Sahel-Zone


"Länder brauchen besseres Saatgut"

Lösungen seitens der Bundesrepublik könnten "Mittel für das Welternährungsprogramm" sein, so Marí. Aber auch in der Särkung der eigenen landwirtschaftlichen Flächen und des Anbaus, vor allem aber in der Agrarforschung sieht er mittel- und langfristige Lösungen. "Die Länder brauchen besseres Saatgut, damit sie mit den Extremereignissen des Klimawandels umgehen können".

Reduzierung des Weizenverbrauchs

Das größte Problem bezüglich der Verschärfung des Ernährungsproblems in den Ländern der Sahel-Zone sieht Marí in den hohen Preisen, "denn die wirken sich auf alles aus, vor allem auf die Nahrungsmittel."

"Die Bundesrepublik könnte die Weizenreserven dem Welternährungsprogramm preisgünstig zur Verfügung stellen, damit zumindest die Nothilfe funktioniert", schlägt Francisco Marí vor, falls sich die Situation in den kommenden Monaten verschärfen sollte. Auch die Reduzierung des Weizenverbrauchs könnte den Wegfall der Ukraine und Russlands kompensieren.


Ein Thema in der Sendung "Bilanz am Mittag" vom 12.04.2022 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben vom 22. Mai 2019 zeigt eine Frau mit ihrem schwer unterernährten Kleinkind auf dem Arm (Foto: picture alliance/dpa/UNOCHA | Giles Clarke).

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