Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, spricht per Videoübertragung während einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats im Hauptquartier der Vereinten Nationen (Foto: picture alliance/dpa/AP | John Minchillo)

Veto-Recht im UN-Sicherheitsrat praktisch nicht antastbar

Ein Interview mit Prof. Dr. Joachim Krause, Direktor des Kieler Instituts für Sicherheitspolitik, über die Debatte um den UN-Sicherheitsrat

Katrin Aue. Onlinefassung: Rick Reitler   07.04.2022 | 08:15 Uhr

Der Politikwissenschaftler Prof. Joachim Krause sieht keine realistische Chance zur Streichung des Veto-Rechts Russlands im UN-Sicherheitsrats. Mindestens zwei der fünf ständigen Mitglieder würden so etwas nicht mitmachen, so Krause im SR-Interview.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat vor wenigen Tagen eine Reform des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen gefordert: Mit Blick auf Russland soll seiner Meinung nach das eherne Veto-Recht der ständigen Mitgliedsstaaten gekippt werden.

Keine realistische Idee

Für Prof. Dr. Joachim Krause, den Direktor des Instituts für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel, ist das keine realistische Idee: "Eine Änderung der Charta der Vereinten Nationen ist nur möglich mit Zustimmung der fünf ständigen Mitglieder", stellte Krause im Gespräch mit SR-Moderatortin Katrin Aue klar. Und mindestens zwei dieser Mitglieder würden eine Streichung des Veto-Rechts definitiv nicht mitmachen.

Auch der Gedanke, dass demnächst eine offizielle UN-Truppe in die Ukraine geschickt werde, um das Land von der russischen Invasion zu befreien, liege außerhalb seiner Vorstellungskraft. Im Übrigen schätze er die Gefahr eines Weltkrieges als keineswegs so groß ein, wie diese immer wieder dargestellt werde.


Im Interview: Prof. Dr. Joachim Krause
Audio [SR 2, Katrin Aue, 07.04.2022, Länge: 05:26 Min.]
Im Interview: Prof. Dr. Joachim Krause


Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 07.04.2022 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild oben zeigt Wolodymyr Selenskyj, den Präsidenten der Ukraine, der per Videoübertragung während einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats im Hauptquartier der Vereinten Nationen spricht (Foto: picture alliance/dpa/AP | John Minchillo).

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